Predigt zu Psalm 6:

Predigt zu Psalm 6:

Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des heiligen Geistes sei mit uns Allen.

Gemeinde.: Amen.

Predigt zu Psalm 6.

…wie geht’s jetzt weiter????!!!!

Wer kennt es nicht, das Gefühl,

  • was kommt denn jetzt noch,
  • was muss jetzt alles noch passieren,
  • Wie soll es weitergehen…?

Du, ich, wir, wir sind am Ende!???

Körperlich, seelisch, wie auch immer!

Auch König David ist absolut am Ende und das macht er uns in Psalm 6 ganz klar und deutlich.

Und auch er ist der Meinung (übrigens wie viele andere Menschen auch), das Unglück und Schaden selbst verschuldet sind und deshalb von Gott bestraft wird.

(gleich vornweg, so zu denken, das ist absoluter Blödsinn!!!!)

David bittet förmlich darum, dass Gott aufhören soll ihn zu bestrafen und sich wieder ihm zuwenden soll. Das Gott sich wieder seiner annimmt und sich um ihn kümmert.

Man könnte das auch vergleichen mit Hoffnungslosigkeit und Todesangst, in der David da steckt!

David ist am Ende seiner Kraft und macht auch keinen Hehl daraus.

Er ist so ehrlich, weil er nichts mehr zu verlieren hat.

Offensichtlich ist er auch über den ganzen Ärger und diesen ganzen Umständen alt geworden.

Alt geworden und offensichtlich auch weinerlich.

David gibt zu, dass er sein ganzes Kopfkissen nass geheult hat.

Das ist ehrlich vor allen Dingen für so einen starken Mann wie König David sehr mutig!

Was für eine Zeit in der David da gelebt hat. Und doch ist diese Zeit nicht viel anders als unsere heutige Zeit.

Denn wer von euch und von uns kennt sie nicht die Angst und die Nöte, wenn es um Leib und Seele geht.

Ich hoffe zumindest, dass die meisten von uns noch niemals in ihrem Leben Todesangst hatten.

Und ich wünsche mir auch keine Todesangst zu haben. Nein, das wünscht man niemand.

Und doch, wenn wir ehrlich sind, ist es das, was uns Menschen am meisten beschäftigt. Das eigene Sterben.

Wenn andere Menschen sterben, dann ist das meistens normal und gar nicht mal so schlimm.

Es sei denn, es sind so eigene Familienangehörige.

Nur wenn es um unser eigenes Leben geht, dann wird meistens der Satz schnell beendet.

Dann sind wir meistens gar nicht mehr so gesprächig.

Mir fällt gerade der oft zitierte Satz ein.:

,,Sterben und Dummheit ist nur schlimm für die Anderen.”

Da kann man ja mal drüber nachdenken……

Zurück zur Not und Angst.

Wenn Menschen einen harten Schicksalsschlag zu verdauen haben oder diese Menschen ein Schicksalsschlag ereilt hat, dann sind auch ganz schnell die Neunmalklugen und die Besserwisser auf dem Plan.

Die Menschen, die so mit einer gewissen Ironie ihr Bestes geben müssen. Warum?

Ich frage mich, warum manche Menschen auch noch so schadenfroh sein müssen, wenn es Menschen hart getroffen hat?

Dann hört man schnell mal solche Sätze, die wir doch alle kennen.:

  • wer weiß was er angestellt hat
  • wer weiß für was das die Strafe ist
  • ich habe es ja schon immer gesagt
  • die Eltern haben auch schon nichts getaugt
  • und jeder kann seinen eigenen Satz da noch hinzufügen!

Und genau dann kommen auch noch die Nöte dazu.

Nöte, die wir alle kennen. Um Nöte soll es heute gehen, denn zur Todesangst, da hören wir dann nächste Woche, so Gott will im Psalm 7 mehr…..

Nöte, die uns beschäftigen,

Nöte, die uns ans Leben gehen,

Nöte, die uns auf die Nieren gehen.

Was sind denn die Nöte, die uns so beschäftigen?

  • schwierige Lagen und Bedingungen
  • man braucht dringend Hilfe oder Abhilfe
  • Bedrängnis
  • finanzielle Not, materielle Not
  • nicht einmal das Nötigste zum Leben, zum Essen
  • Notlage im Allgemeinen
  • Elend, Armseligkeit, Hoffnungslosigkeit
  • Früher sagte man sogar einem Menschen, der dringend zur Toilette musste, er muss seine Notdurft verrichten.

Nun ich denke, dass jeder von uns schon einmal in einer mehr oder weniger großen Notlage gewesen ist.

Meine Frage wäre, was hast du oder was habt ihr denn dann gemacht?

Was hast du mit deiner Not gemacht und wo bist du dann hingegangen?

Hat dir jemand geholfen????

Oder bist du damit alleine fertig geworden? Hast Du vielleicht in deiner Notlage sogar gebetet?

Ich weiß, dass die meisten Menschen, wenn nicht sogar alle Menschen, in Notlagen beten.

Menschen, die in aussichtslosen Notsituationen gebetet haben, die früher noch nicht einmal darüber nachgedacht haben, so etwas zu tun. (zu Beten!)

Ich frage dich dann, oder stehst du auch vor der Frage.:

  • was kommt denn da noch?
  • Wo gehe ich hin?
  • Wie sieht es bei Dir heute und jetzt hier aus?
  • Bist du auch am Ende deiner Kraft wie König David?
  • Bist du auch am Boden zerstört, wie es in Psalm 6. so treffend von David beschrieben wird.

Wenn du in genau solch einer Situation steckst, dann bist du in bester Gesellschaft, da bist du in Gesellschaft von König David.

Ja, du mit deinen Nöten und mit deiner Ausweglosigkeit bist in bester Gesellschaft.!!!!

Während ich diese Predigt schreibe, sitze ich im LKW und schaue von einer Anhöhe auf die Stadt Kassel.

Ich frage mich, wie viele Menschen dort in Nöten stecken und das wahrscheinlich auch noch ganz allein.????

Mir geht der Begriff ,,Notaufnahme,, nicht mehr aus dem Kopf. Denn wir haben alle bestimmt schon einmal die Notaufnahme eines Krankenhauses in Anspruch nehmen müssen.

Mit körperlichen Nöten nicht allein zu sein!

Deswegen Notaufnahme!

Und doch allein sein…, mit seelischer Not, das sind Fragen, die mich beschäftigen.

Egal wie, eine Notaufnahme ist uns allen ein Begriff.

(und doch wird diese meist nur für körperliche Gebrechen benutzt)

Und das ist genau der Punkt.

Das ist der Punkt, den David in Psalm 6 auch erkennt.

Ich meine, wenn unser Körper offensichtlich leid erfährt, verletzt ist, dann wissen wir ja auch, wo wir hingehen können.

Wir wissen, wo wir hingehen, damit uns geholfen wird und wir mit unserer Not nicht alleine sind….

Notaufnahme!

Warum denn nicht, so frage ich mich, warum denn nicht auch eine Notaufnahme für unsere Seele und eine Notaufnahme für unsere ganzen Nöte, die uns so treffen.

Nöte, die uns im Griff haben. Die uns nicht in Ruhe lassen. Warum sind wir oft zu feige oder zu ängstlich, Gott als unsere Notaufnahme zu gebrauchen?

Denn das genau möchte er. Gott, der möchte die Notaufnahme für uns Menschen sein.

Ein Notarzt, ausgestattet mit den besten Geräten und Medikamenten der Welt. Meine Diagnose ganz klar aus Psalm 6. heute für dich…..

Die Diagnose lautet: ,,Gerade du brauchst Gott, Jesus und den Heiligen Geist, und nichts anderes.”

Gerade du brauchst diese drei.

Gott möchte dir helfen, für dich da sein und dein Seelsorger sein.

Nur und das ist das kleine Handicap dabei, zur Notaufnahme musst du schon selbst kommen.

(oder dich bringen lassen!)

Wenn du zu Gott dem Notarzt kommst, dann kannst du dann auch wie David am Ende des Psalm 6 sagen:

,,Gott hat mein Weinen, meine Tränen, meine Not gesehen und hat mir geholfen!“

Und alle anderen, die Schlechtschwätzer, und die Döspaddel, die werden sagen.:

  • Wie hat er/sie es denn das geschafft,
  • wie hat er das geschafft,
  • da rauszukommen und
  • wer hat ihr/ihm überhaupt geholfen?

Dann kannst du sagen, dass der Notarzt und der Menschenfreund Jesus Christus / Gott, war es, der dir geholfen hat. Und wenn du zurückblickst, dann kannst du auch mit dem wunderbaren Lied Vers antworten: …in wieviel Not hat nicht der gnädige Gott, über uns Flügel bereitet?

Und der Friede Gottes, welcher höher ist als all unsere menschliche Vernunft bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus. Amen.

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