Predigt zu Psalm 23:
Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit uns Allen.
Predigt, Psalm 23
SO oder SO!?
Ich wusste, er würde kommen, der wohl berühmteste Psalm in der ganzen Bibel, Psalm 23. Vor einigen Wochen, wie passend, bekam ich von Fred Clausen den Psalm 23 in einer stark abgewandelten Form geschickt. Zuerst dachte ich,..was soll das denn?
Doch dann habe ich mich näher mit diesem schon echt sehr veränderten / abgewandelten Psalm 23. beschäftigt.
Es ist interessant, wie man den Psalm doch einmal so statt so betrachten kann. An dieser Stelle danke an Fred Clausen, dass du mir deine Gedanken mitgeteilt, geschickt und zur Verfügung gestellt hast!
Psalm 23 ist der wohl bekannteste Psalm in der Bibel. Unzählige Male zitiert, kommentiert und von Konfirmanden auswendig gelernt.
Dieser Psalm hat solch eine Tiefe und solch eine Aussagekraft, dass sogar hoch demente Menschen, die sich offensichtlich an nichts mehr erinnern können, diesen Psalm zitieren können bis zum Ende ihrer Tage. Wie sich so ein Psalm, wir haben ihn gehört, sich so eindrücklich fest in einem Kopf verankern kann.
Es ist der Sonntag, der Wahlsonntag. der Wahlsonntag in Mecklenburg-Vorpommern am 20.09.2026.
Es stand ein Gespräch an mit einem Christen der politisch anders unterwegs ist als ich!
Um Meinungsverschiedenheiten am Telefon oder per irgendwelche Nachrichten zu vermeiden vereinbaren wir ein persönliches Gespräch.
Mein Bekannter arbeitet für das Umweltamt und ist Biologe! Am besagten Tag gehe ich mit ihm an den Oberlauf eines Flusses, um dort die Fischbestände zu dokumentieren und zu kontrollieren. Ich habe keine Ahnung von diesen Sachen, doch ich fand es hochinteressant.
Nach etlichen Kilometern durch Landschaft und Wald kommen wir in ein bildschönes Tal. (Bild)
Es ist ein Flusslauf kurz hinter der Quelle.
Absolut einsam, ein Ufer voll mit Schilf, das andere endet in einer Wiese.
Hier herrscht das, was viele Menschen wollen, nämlich himmlische Ruhe…., und doch plötzlich tauchen unendlich viele Schafe auf, Hundegebell und ein Mann mit langem Regenmantel und Hut.
Ein Schäfer.
Ich weiß gar nicht wie lange ich schon keinen solchen Schäfer mehr gesehen habe???
Mein Bekannter erklärte mir, dass der Schäfer echt gute Hunde hat, die es auch mit einem Wolf aufnehmen können.
Wolf wieder so ein Thema, wir haben mittlerweile hier genug in Deutschland.
Ab diesem Zeitpunkt mit dem Schäfer und Wolf, dem Gespräch war ich mit den Gedanken schon nicht mehr bei der eigentlichen Sache oder der eigentlichen Arbeit.
Automatisch kam mir natürlich Psalm 23 in den Sinn. Die Schafe, wir Menschen, die Hunde sind doch irgendwie wie der Heilige Geist, der uns Menschen gegeben wurde. Der Heilige Geist als Erfüllungsgehilfe von Jesus Christus.
Jesus ist der Schäfer, der auf alles aufpasst, was uns so beeinflussen kann und was eine Herde durcheinanderbringen kann. Ja, Psalm 23. schießt mir hier automatisch durch den Kopf.
(zitieren)
Der gute Hirte
Der HERR ist mein Hirte, nichts wird mir fehlen.
Er weidet mich auf saftigen Wiesen und führt mich zu frischen Quellen.
Er gibt mir neue Kraft. Er leitet mich auf sicheren Wegen und macht seinem Namen damit alle Ehre.
Auch wenn es durch dunkle Täler geht, fürchte ich kein Unglück, denn du, HERR, bist bei mir. Dein Hirtenstab gibt mir Schutz und Trost.
Du lädst mich ein und deckst mir den Tisch vor den Augen meiner Feinde. Du begrüßt mich wie ein Hausherr seinen Gast und füllst meinen Becher bis zum Rand.
Deine Güte und Liebe begleiten mich Tag für Tag; in deinem Haus darf ich bleiben mein Leben lang.
Meine Gedanken schweifen weiter und dann schaue ich weiter auf das Leben von uns Menschen. Als Christ wird man oft belächelt, oft mit Sport und einem blöden Grinsen überzogen……
Ich schaue auf mein Leben und dann oft die klare Aussage von den Menschen, dass sie Gott nicht brauchen.
(Psalm 23 in Selbstbestimmung zitieren)

Die Situationen von beiden Psalmen sind irgendwie so oder so sicherlich dieselben. Doch ist das Ganze ganz, ganz anders.
Es ist hart zu lesen oder zu hören, wo ein Leben in Selbstbestimmung hinführen wird und was daraus entstehen kann.
Ja, nicht nur kann, sondern ein Leben in Selbstbestimmung und ohne Gott wird zweifelsohne vor die Hunde gehen.
Meine Gedanken sind irgendwie gar nicht bei der Sache. Eigentlich wollten wir doch Fische zählen und ich laufe mit einer Wathose durch dieses Gewässer.
Es ist gar nicht so tief, wie ich anfangs dachte!
Es geht gut voran und die Geräusche der Schafe und dem Hundegebell verstummen.
Plötzlich wird der Untergrund schlammig. Ich halte mich etwas fester an dem Boot fest, dass ich vor mir herschiebe. Unheimlich, wie schwer alles geht, der Schlamm will mich irgendwie festhalten.
Meine Gedanken schweifen wieder ab. Wie oft im Leben habe ich mich festgefahren und nichts ging mehr so richtig. Es gab Zeiten ohne Jesus in meinem Leben. Ich hatte Angst. Und heute schwer durch den Schlamm stapfend, habe ich keine Angst mehr. Keine Angst mehr vor festgefahrenen Situationen im Leben.
Da ist ja übrigens das Boot, da ist auch mein Bekannter und in jedem Falle ist auch noch Jesus Christus! Der Hirte, der auf mich aufpasst und zur Not hier aus dem Schlamm rausziehen wird.
Heute habe ich so oder so keine Angst mehr.
Kaum ist der Schlamm weg, wird das Gewässer tiefer. Mein Bekannter ist kleiner als ich und das Wasser kommt gefährlich nah an den Rand seiner Stiefelhose.
Wenn das Wasser in die Hose reinkommt, wird es ganz schön schwer, sich aus dieser Hose zu befreien, dann muss man so schnell wie möglich raus aus dem Ding. Wir entschieden uns, das Boot zu benutzen. Ich bin alt geworden und so ungelenkig und muss mich ganz schön bemühen, in dieses Boot zu kommen. Doch endlich sitze ich auch im Boot.
Ich denke daran, wie viele Menschen unbeweglich werden mit zunehmendem Alter! Sturer werden, um sich nicht mehr auf Neues einzulassen, weil die Erfahrungen des Lebens sie geprägt haben. Das Boot. Diese kleine Nussschale trägt uns sicher über die tiefen Stellen.
Ja, es ist wie im Leben. Das Wasser hat mir oft bis zum Hals gestanden und erst im Nachhinein wurde mir bewusst, wie oft mich Jesus Christus ins Boot geholt hat und mich über die Untiefen des Lebens sicher getragen hat.
Und ich habe manchmal das Gefühl, dass Menschen ja nicht nur unbeweglicher werden, sondern uns auch weigern in das Boot zu steigen, weil sie meinen es geht schon irgendwie.
So oder So.
(Hinein zu steigen und sich auf Jesus Christus einzulassen.)
Es geht weiter, raus aus dem Boot. Mein Bekannter und Glaubensbruder holt Netz für Netz Fische in einem Behälter ins Boot.
Das alles funktioniert irgendwie mit Strom.
Das verstehe ich nicht, aber ich sehe, dass die Fische irgendwie nur betäubt sind!
Damit können sie somit leichter gefangen werden. Wie betäubt sind wir auch oft im Leben und wir lassen uns gefangen nehmen von Nichtigkeiten und den unnötigen Dingen dieser Welt. Nur die Fische hier werden wieder freigelassen im Anschluss?!
Wir sind doch gefangen wie die Fische in einem Behälter in einer eigenen kleinen Welt. Doch diese, eigene kleine Welt ist bestimmt nicht schön????
Der Untergrund wird steinig, das tut ganz schön weh an den Füßen in diesen Blöden unten an der Hose angebauten Gummistiefeln.
Ja, die steinigen Durststrecken sind auch im Leben.
Es wird steinig, es wird hart und wir müssen da durch. Mir fällt der Satz ein, dass Jesus uns niemals die Steine aus dem Leben wegnehmen wird, sondern uns helfen wird, darüber hinwegzukommen…..
Und nun wieder eine neue Situation. Plötzlich muss ich das Boot stärker gegen die Strömung drücken.
Eine enge Stelle und es ist schon erstaunlich, wie dieser kleine Bach, angehender Fluss, für einen Gegendruck erzeugen kann….
Wie oft gibt es Gegendruck im Leben, wie oft drückt uns das Leben in Situationen und sind in eine Enge getrieben. Wie oft haben wir Christen Gegenwind und Druck!?
Mein Kumpel nimmt sich den Strick vom Bug des kleinen Bootes und hilft mir, gegen den Strom anzukommen. Jetzt geht es leichter. Ich denke daran, wie oft im Leben Jesus mir geholfen hat, gegen den Strom zu schwimmen und zu kämpfen. Geholfen hat, durch andere Menschen, geholfen hat durch irgendwelche Unterstützungen.
Ich frage mich, habe ich das überhaupt wahrgenommen?
Es beginnt zu regnen und wie passend eine Brücke ist auch da, unter die wir uns stellen können.
Wir bleiben trocken und geschützt vor diesen doch schon recht starken Schauer.
Mir fällt dabei ein, wie oft ich beschützt worden bin, wie oft durfte ich mich unterstellen, Unterstellen, um Kräfte zu sammeln und dann wieder weiterzukommen. Wie oft durfte ich mich ganz dem Hirten Jesus Christus ausliefern.
Ich frage mich, was tue ich hier und wo sind eigentlich meine Gedanken?
Nun sind wir am Ende der einen Seite des kleinen Flusses angekommen, wo wir die Fische zählen sollen.
Nun beginnt das Zählen und das Katalogisieren unterschiedlicher Fischarten und Größen. Alles muss gezählt und aufgeschrieben werden, gemessen und dann in Listen eingetragen werden.
Hunderte Fische.
* 100 Fische und Gott hat sie alle im Blick.
* Hunderte Schafe und Gott hat sie alle im Blick.
* Ja, er hat alles im Blick und alles wirkt so unglaublich.
Und nun, was ist das denn nun schon wieder? Mein Bekannter rastete förmlich aus.
Irgendwie hat er einen komischen Regenwurm, für mich sieht das Tier aus wie ein Blutegel oder ähnliches Vieh entdeckt.
Er erklärt mir ganz freudestrahlend mit lachenden Augen, es sei ein Bachneunauge. Ich habe davon gar keine Ahnung.
Gott, der hat eine Ahnung davon, denn er hat nämlich alles geschaffen. Diese Viecher sind irgendwie Fisch ähnlich und kommen nur in echt sauberen Gewässern vor und sind schon ewig hier nicht mehr gesichtet worden.
Natürlich habe ich prompt, als ich wieder zu Hause war, nachgeschaut und habe gelesen, dass diese Tiere seit ca. 500 Millionen Jahren sich kaum verändert haben und noch genauso aussehen und noch genauso leben.
Das ist auch mir absolut zu hoch.
Unverändert 500 Millionen Jahre? Und Sie verändern sich nicht. Nun weiß ich auch, dass Gott der Schöpfer sich nicht verändern wird.
Auch in 500 Millionen Jahren wird er immer noch derselbe sein. Dieser kleine Wurm (ich) von Gott geschaffen und so lange hat sich nichts verändert!?
Mir fällt das Lied ein…, in irgendeiner Strophe lautet der Satz.:,, ;;Gott, der Herrn hat sie gezählet, dass ihm auch nichts eines fehlet.“
(aus dem Lied weißt du wie viel Sternlein stehen)
Ja, gerade an diesem Gewässer, diesem kleinen Fluss ist mir heute Psalm 23 einmal ganz anders bewusst geworden.
Psalm 23. So oder So.
Wir Menschen können es uns aussuchen, ob wir so oder so leben wollen.
Nein, ich möchte nicht selbstbestimmt durch die Gegend laufen. Nein ich will einen Schutz haben, ich will immer frisches Wasser haben, ich will Gott Folgen mein restliches Leben lang……
Wir kommen langsam zum Ausgangspunkt zurück. Es ist wieder Hundegebell und Scharfsgeplöge zu hören.
Es ist wie ein nach Hause kommen von einem schlechten Ausflug ins Leben….
Am liebsten würde ich mich gleich mit einreihen in diese Schafherde, also so symbolisch. Ich werde es ja auch tun, denn ich werde bleiben im Hause des Herrn immerdar!!!!
Ja, Jesus, ich möchte mein Leben lang zu dir gehören. Psalm 23.
Ein Leben So oder So………
Ich sitze auf dem Heimweg im Auto mit einem zufriedenen Lächeln.
Und der Friede Gottes, welcher höher ist als all unsere menschliche Vernunft bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus.