Predigt zu Psalm 22:

Predigt zu Psalm 22:

Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit uns Allen.

Der Predigttext für den heutigen Sonntag steht im AT, im Psalm 22.

….sie wissen & verstehen es nicht??!!

Psalm 22 bringt eigentlich, fast wortgetreu, die Kreuzigung von Jesus Christus, als Vorhersage zum Ausdruck.

Eigentlich unglaublich, dass Menschen heute noch an der Bibel zweifeln können. Zweifeln, wenn in der Bibel 560 Jahre vor Christi Geburt genau das gesagt wird, was dann 590 Jahre später eintreten wird.

Sogar im richtigen und im gleichen Wortlaut und in Worten.

Was für ein Psalm!

Natürlich bleibe ich direkt am ersten Satz hängen! Der Satz.: ,,Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen!”

Das waren nicht nur die Worte von Jesus Christus am Kreuz, sondern so denken auch viele Menschen in ihrem Leben.

Menschen, die zurzeit schreckliches erleben und durchleben müssen. Es ist für jeden Christen immer wieder eine Herausforderung, sich diesen Fragen stellen zu müssen!

Denn, immer und immer wieder das Wort… WARUM?

  • Warum lässt Gott das zu?
  • Warum bin ich am Boden?
  • Warum geht es meinem Liebsten so schlecht?
  • Warum bin ich gescheitert?
  • Warum lachen alle über mich?
  • Warum wird mir so sehr weh getan?
  • Warum bin ich so krank?
  • Warum hat mich offensichtlich Gott verlassen?
  • WARUM?

Das sind immer wieder die Fragen, mit denen man als Christ als Seelsorger, als gläubiger Mensch konfrontiert wird.

Schauen wir zurück an den Psalm 22.

Es folgt im Psalm die Aufzählung von Gefühlen und den Tatsachen, die einen Menschen treffen und getroffen haben.

Nein, ich bin heute nicht hier und auch bestimmt nicht möchte ich Benzin ins Feuer gießen. Ich möchte mich nicht am Leid geplagter Menschen laben und mich noch oben drauf mit klugen Sprüchen setzen.

Jeder von uns hat sicherlich schon einmal das Gefühl gehabt, nichts wert zu sein.

Und jetzt ist genau der Punkt, wo ich sagen kann,…. sie wissen, und sie verstehen es nicht….., die Menschen, die nicht glauben bzw. keinen Glauben haben und nicht glauben können.

Nicht glauben können, genau aus diesen Gründen, die ich eben schon aufgezählt habe. Auch mir fällt es oft so schwer, Worte zu finden, um zu trösten, Beistand zu geben, Beistand zu leisten und Menschen zur Seite zu stehen.

Noch schwerer ist es bei Menschen, die leider nichts oder noch nichts mit dem Glauben an Jesus Christus zu tun, bzw. am Hut haben.

Und dann kommt es immer wieder vor, dass ich versuche, mich ein bisschen wenigstens ein kleines bisschen in die Lage von Gott zu versetzen.

Was würde ich denn an seiner Stelle tun, wenn ich alles könnte und auch noch dazu allen Menschen, die gleich lieben würde.

Die gleiche Liebe entgegenbringen würde.

Ich könnte helfen!

Nur meine Liebe zu allen Menschen, die Bösen genauso wie die Guten, die wäre mir im Weg!

Schon allein die Tatsache, Menschen zu lieben, die in unseren Augen oder in meinen Augen böse und falsch sind, das ist schon schwer genug.

Diese genauso lieb zu haben und die gleichen Privilegien wie die Menschen, die Gott lieben und verehren, entgegenzubringen. Für mich unmöglich!

Alles ohne die Ansicht der Person.

Gott liebt die Menschen, die ihn hassen genauso sehr wie die Menschen, die ihn lieben.

Ganz ehrlich, ich möchte diesen Job nicht machen. Denn ich würde zum einen ungerecht werden und zum anderen hätte ich sicherlich wieder einmal ein paar Lieblingsmenschen.

Und was machen wir nun mit den Menschen, die sich von Gott verlassen fühlen?

Den Menschen, die heute in Psalm 22 beschrieben werden. Menschen, die Gott nicht kennen oder ihn in Frage stellen, und vielleicht auch deswegen nichts mit ihm zu tun haben wollen?

Gleich schon vorweg, ich verstehe Gott oftmals auch nicht, weil ich nicht alles wissen kann, und auch beim besten Willen nicht alles wissen möchte.

Mir fällt dazu nur mein eigenes Leben ein.

Ich kenne die Zeit des Lebens ohne Gott nur zu genau. Es war für mich, im Rückblick, die schlechteste Zeit schlechthin.

Ein halbes Leben ohne Jesus Christus und es war einfach nur schlimm und kaum zu ertragen.

Irgendwie war ich mit meinen Gefühlen und mit meinen Erlebnissen allein auf dieser Welt.

Ja, ich bin daran zerbrochen. Hoch aufgestiegen und ganz tief gefallen, ganz tief gefallen, so richtig tief gefallen.

Ich kenne das Gefühl der Angst und Traurigkeit, nebst Hilflosigkeit und Resignation. Dieses allein sein, trotz der vielen Menschen um mich herum.

Das Gefühl, irgendwie alles selbst regeln zu müssen und hilflos mit zu anschauen und zu schauen, müssen wir das Leben, die Gesundheit und all das Materielle verloren gehen.

Reich sicherlich an ganzen materiellen Dingen und dazu emotional innerlich total arm und verkümmert.

Was ein schlimmes Leben und ich kann mit fast allen Beispielen aus Psalm 22 mitreden und besser noch mich hineindenken und hineinfühlen.

Diese Hoffnungslosigkeit und diese Leere.

Es war einfach nur grausam gewesen. und dann kam der Tag!

Der Tag, an dem ich ja zu Jesus Christus gesagt habe, war wie jeder andere im Knast damals. Es hat sich in meinem Umfeld nichts, aber auch gar nichts geändert. Und doch hat sich in mir alles geändert.

Alles.

Und der Tag nach meinem bewussten Ja sagen zu Jesus Christus waren auch die Probleme immer noch dieselben und auch immer noch da.

Dazu kam auch noch eine angeschlagene, ja man könnte sogar sagen, zerschlagene Gesundheit.

Mein Leben wurde mit Jesus Christus noch viel härter und zum Teil auch sehr viel ungerechter. (eventuell einfügen was Erik gesagt hat)

Und trotzdem ist es ein sorgloses Leben geworden und ein ganz ruhiges Leben. Heute kann ich sagen, ich habe Jesus Christus, was soll mir denn auf dieser Welt hier und heute und jetzt noch passieren?

Und ja, heute sind immer noch die großen WARUM Fragen.

Und nein, ich selbst stelle diese Fragen nicht mehr.

Ich kann heute vergeben, auch den Menschen, die mir richtig weh getan haben.

Ich kann diesen Menschen helfen und auch diesen Menschen zur Seite stehen. Was für mich noch vor Jahren unmöglich war, das kann ich heute tun und tragen und ertragen.

Ich kann heute.:

  • auf Ungerechtigkeiten mit Vergebung reagieren,
  • auf Bosheit mit Freundlichkeit antworten und
  • Engstirnigkeit mit Toleranz honorieren.

Dieses Leben wird oft nicht von Familie, Freunden oder Bekannten verstanden!

Und hier muss ich sagen, das ist mir egal. Egal, deswegen denn ich weiß von mir selbst nur zu genau, dass auch ich genügend Menschen weh getan habe. Und auch mir wurde vergeben.

Warum sollte ich dann Rache üben oder Gleiches mit dem Gleichen vergelten? (Beispiel mit Wendland erzählen)

Psalm 22.

Ein Psalm mit der Anklage und der Beschreibung von Gefühlen und von Menschen in Not und Bedrängnis.

Und obwohl der Psalm Schreiber in so einem Desaster steckt, glaubt er doch Gott und traut Gott vor allem alles zu. Er glaubt fest daran, dass Gott alles richten und alles klarstellen wird.

Psalm 22 zeigt mir, dass Jesus genau mit unseren Sorgen und unseren Nöten Bescheid weiß und auch umgehen kann. Jesus hat es selbst erlebt und verwendet die Worte am Kreuz von Golgatha.

Worte, …..denn sie wissen nicht was sie tun und mein Gott mein Gott warum hast du mich verlassen!!

Auch ich komme heute an Punkte, wo ich absolut nicht mehr kann oder weiterweiß. Solche Dinge haben mir früher schlaflose Nächte bereitet.

Heute sage ich ganz einfach (für mich ganz einfach) ein Gebet. Ich bete heute. Ich bete mit Worten.:,, Jesus, hier komme ich mit meinen Problemen nicht weiter und ich bin dann verzweifeln!” Bitte, Jesus kümmere du dich darum!!!

Auch als Christ muss man beim besten Willen nicht alles selbst regeln. Nein, Jesus soll auch etwas tun. Jesus soll etwas tun in dir und in deinem Leben.

Gib ihm die Chance, in dein Leben reinzukommen. Glaube mir, es ist eine absolute Beruhigung so zu leben. Zu leben in der Gewissheit, dass Dir nichts mehr gar nichts mehr passieren kann. Auch wenn ich sterbe, dann ist es halt so und dann beginnt eigentlich die schönste Zeit.

Und zum Schluss möchte ich allen, die noch nichts wissen von dem Glauben an Gott, denen meine Aufmerksamkeit widmen.

Ich möchte vielen Menschen noch, solange es Gott will, von Gott und dem Glauben erzählen.

Ich möchte, dass noch viel, viel mehr Menschen ruhig und gelassen mit Jesus Christus leben können. Und enden möchte ich mit dem letzten Satz aus Psalm 22.

Die kommenden Generationen werden ihm dienen! Die eine wird der nächsten von ihm erzählen. Selbst die Menschen, die noch nicht geboren sind, werden von seinen gerechten Taten hören, und man wird sagen:

»Der Herr hat es vollbracht!« 

Und der Friede Gottes, welcher höher ist als all unsere menschliche Vernunft bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus.

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