Predigt zu Psalm 18, 36-51:

Predigt zu Psalm 18, 36-51:

Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des heiligen
Geistes sei mit uns Allen.
Gemeinde.: Amen
Der Predigttext für den heutigen Sonntag steht im AT, bei Psalm 18, 36-51
..kein bisschen besser…!?
Kein bisschen besser!
Und nun der dritte Teil von Psalm 18.
Eigentlich möchte ich am liebsten um solche Psalm Sätze einen riesigen Bogen machen.
Wenn ich das so lese, dann muss ich feststellen, dass David ja auch nicht besser ist als seine Feinde
und seine Verfolger!?
Also kein bisschen besser!!!!!!
Mit den Versen 36 – 51 bin ich irgendwie gar nicht so zufrieden und glücklich.
Und doch habe ich mir vorgenommen, mit Gottes Hilfe über die Psalmen die nächsten Jahre zu
predigen.
Da kann man nicht einfach irgendwas weglassen oder was auslassen. Also schauen wir uns auch diese
Verse aus Psalm 18 einmal genauer an.
David schreibt ausführlich und unter großem Dank, was Gott für ihn alles möglich gemacht hat.
Da sind die Beispiele:
Ich verfolgte meine Feinde und ich holte sie ein….
Ich lasse nicht ab, bis ich den Letzten vernichte….
ich vertreibe sie wie Staub im Wind, meine Feinde….
Sie schreien um Hilfe und niemand ist da und hört sie…..
du bist der Gott, der zur Rache verhilft und so weiter………
Eigentlich ist es absolut grausam und ich frage mich, was aus dem liebenden Gott geworden ist?
Wenn ich so etwas höre, dann würde ich auch am liebsten diesen ganzen Katalog noch ganz einfach um
ein paar Fragen / Aussagen erweitern.
Wenn David Gott ist so lobt über einen errungenen Sieg, dann würde ich Gott auch ein paar Fragen
stellen diese wären z.B.:
Gott wo sind die Siege…
Warum hilfst du den Menschen nicht, die umgebracht werden wegen des Glaubens?
Warum quälen sich so viele Menschen jahrelang und du erlöst sie nicht?
Zum anderen reißt du Menschen mitten aus dem Leben und strafst und lässt Krankheit zu?
Warum sind so viele Menschen so arm und mit Hoffnungslosigkeit geprägt?
Warum ist unsere Welt scheinbar so ungerecht? und so weiter
Und tatsächlich möchte ich gerne wissen, was Gott tatsächlich zu einem so überschwänglichen David
gesagt hat?
Für mich ist er ein wenig überheblich bis hin zu arrogant, was David hier an den Tag legt.
Okay, offensichtlich sind die Gebete von David erhört worden.
Er hat Glück und seine Taten sind von Gott gesegnet und es scheint gut zu laufen in seinem Leben.
Nur das heißt doch nicht automatisch, dass man sich genauso benehmen muss wie seine Feinde?

Dann frage ich mich schon wieder, warum lässt Gott zu, dass David sich ja auch so benimmt wie
seine Widersacher?
Ja, es wird auch bei David nicht so bleiben und es wird auch Ihn wieder mit harten Zeiten treffen.
Ganz ehrlich denke ich, dass diese Liedverse, heute aus Psalm 18 nicht im Sinne von Jesus Christus
sind. Da bin ich mir absolut und ganz sicher.
Nicht im Sinne von Jesus Christus und genauso sollten wir auch Psalmen lesen, verstehen und
gegebenenfalls auch singen.
Ich habe keine Ahnung was in mir vorgeht beim Schreiben dieser Predigt.
Diese Liedverse die machen mich irgendwie zornig.
Wenn ich auch dazu neige allen biblischen Worten und auch diese Psalmen auf die Goldwaage zu
legen, dann würde ich viel mehr noch nicht verstehen und hätte noch mehr Fragen.
Ich nehme diese Liedverse von David einfach als Bericht. Als Bericht eines übermütig gewordenen
siegreichen Feldherrn.
Für mich sind die Augen bei jedem biblischen Satz, sei es nun altes oder neues Testament, alle Augen
auf Jesus Christus gerichtet.
Auf Jesus gerichtet und seine Richtlinien sind für mich zwingend und auch bindend.
Und genau mit dem Blick auf Jesus Christus kann ich so einen überheblichen und überschwänglichen
David auch im Zwiespalt stehen lassen.
Das heißt, ich kann es akzeptieren, dass David hier übermütig seinen Sieg feiert.
Über dem Schreiben dieser Predigt fällt mir noch gleich wieder dieser Witz ein mit dem Missionar und
dem Löwen.
Kennt ihr den?
Ein Missionar läuft durch die Wüste. Es ist heiß und der Missionar hat es eilig. Weit und breit ist
kein Baum zu sehen. Doch da, was ist das, auf den Missionar kommt, ein junger und hungriger
Löwe zugelaufen.
Keine Ecke, wo man sich verstecken kann, nirgendwo ein Punkt wo man in Sicherheit ist. Schnell
schickt der Missionar ein Bittgebet zum Himmel.: Lieber Gott Schenk, dass mich der Löwe in
Ruhe lässt und mich nicht auffressen wird. Ich möchte doch noch so viel!
Dann kommt der Löwe. Er fällt dem Missionar an, bringt ihn zu Fall und vor dem eigentlichen
Todesstoß stellt er seine schweren Vorderpfoten auf den Brustkorb des Missionars.
Dann folgendes Gebet: Jesus sei du mein Gast und danke, was du mir aus deiner Gnade beschert
hast. Und fraß er genüsslich den Missionar.
Und genauso empfinde ich es mit David und seinem überschwänglichen Sieg über seine Feinde. Ich bin
mir sicher, dass auch Gott die Feinde von David fest im Blick gehabt hat.
Sonst wäre es ja nicht Gott!!!!!!!!!!
Denn schließlich stammen wir ja alle aus einer Produktion. Der Produktion von Gott. Und mir wäre und
mir würde mein Gottesbild komplett abhandenkommen, wenn Gott tatsächlich so ungerecht wäre und
Menschen einfach kaputt gehen würden.
Oder steckt da mehr dahinter!?
Na auf jeden Fall ist David mit seinen Taten und Äußerungen kein bisschen besser, als seine
Feinde, die er nun offensichtlich besiegt hat.
Mir Kreisen bei diesem Psalm Bilder im Kopf herum aus Zeiten des Krieges!!!
Auf beiden Seiten wurde für den Sieg und die Bewahrung gebetet.
Auf beiden Seiten wurden Kanonen gesegnet. Und im Endeffekt sind auf beiden Seiten so viele und
unnütz Menschen gestorben.
Trotz der vielen Gebete. Gebete von zu Hause von Angehörigen und im Freien Schlachtfeld von den
Soldaten.

Aber wir brauchen heute gar nicht so weit zurückzugehen.
Aktuell betet ein Bischof von Magdeburg dafür, dass die AFD nicht die Wahl gewinnt und eine
AfD-Politikerin wiederum wirbt mit biblischen Worten und Versen.
(Bild hochhalten!)
Es ist schon eine echt verzwickte Welt und ich möchte tatsächlich nicht in Gottes Hemd stecken. Für wen
soll er sich denn entscheiden?
Für den Bischof ein augenscheinlicher Würdenträger, der jedoch eine Kirche vertritt, die alles andere ist,
bloß nicht mehr christlich? Oder eine Politikerin, die offensichtlich Christ ist und offen dazu steht,
aber wo die Parteien wieder so anrüchig irgendwie sind???
Wem soll Gott nun dienen?
Und damit sind wir mittendrin in diesen sehr zwiespältigen dritten Teil des Psalm 18.
Das echte und das wahre, was ich mir aus diesem Psalm mitnehme, ist der Dank und der
Lobpreis, der unserem Gott zusteht, weil er immer auf der Seite der Menschen und auf Seite der
Gerechten stehen wird…..
Und damit habe ich glaube ich auch die Kernaussage vom dritten Teil aus Psalm 18 bewusst oder
auch unbewusst gesagt.
Die Menschen sind in ihrem Tun und unserem Tun und Handeln oftmals kein bisschen besser als unsere
augenscheinlichen Feinde und Widersacher.!!!!!
Darum wird Gott immer auf der Seite des Schwachen und des Gerechten stehen. Und genau das soll
uns Christen niemals in Sicherheit wiegen.
Auch wenn du heute für Gerechtigkeit und Gleichheit bist und dich für diese einsetzt und Gott dir
augenscheinlich einen Sieg beschert, bedeutet es nicht zwangsläufig, dass es beim nächsten Mal
wieder so ist!
Darum prüfe und überprüfe dich immer wieder selbst. Überprüfe die Dinge, die du tust. Ist es, was Du
tust, für Frieden und Gerechtigkeit so wirst du garantiert Jesus Christus immer auf deiner Seite
haben und ihn dort finden.
Ich weiß, dass es ein schweres und kaum zu verstehendem Thema ist. Dazu, um das Alte Testament
im Ansatz etwas verstehen zu können, bedarf es das Neue Testament und die Aussagen und
Erläuterungen von Jesus Christus.
Also, da unser David heute auf dem Höhenflug ist, wollen wir es zur Kenntnis nehmen. Wenn Gott uns
heute hilft und uns zur Seite steht, dann lasst uns demütig und bescheiden und dankbar bleiben.
Gott kann uns zu jeder Zeit auch uns den Segen entziehen!!
Gott kann mit seinem Tun und Handeln sich auch gegen uns stellen.
Gott ist gnädig und barmherzig, aber nach seinen Maßstäben!
Und Gott wird den unterstützen, der nach seinem Willen, Gesetzen und Geboten handelt und tut.
Und am Schluss werde ich es nochmals versuchen, dass aufzuklären, was mich so sehr bewegt.
Wer wird denn nun den Sieg und Gottes Gunst erhalten?
Der Bischof oder die AfD-Politikerin?
Ich kann dazu nur sagen.:,, ein Mensch sieht was vor Augen ist, Gott aber sieht das Herz an.“
Und diese Frage ist gar nicht so schwer zu beantworten.
Gott schenkt den Menschen seine Gnade, die ehrlich sind für Frieden und einen ordentlichen Umgang
miteinander!
Daran glaube ich ganz fest!!!!
Und wir werden seine Entscheidung hoffentlich oder manchmal niemals erleben.
Und der Friede Gottes, welcher höher ist als all unsere menschliche Vernunft bewahre unsere
Herzen und Sinne in Christus Jesus.

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