Predigt zu Psalm 18, 21-35:
Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des heiligen
Geistes sei mit uns Allen.
Gemeinde.: Amen
Der Predigttext für den heutigen Sonntag, steht im AT bei Psalm 18 (Verse 21-35)
Heute nun der zweite Teil von Psalm 18. Überschrift:
Besser als………
David ist sich seiner Sache ganz sicher, er beschreibt, was mit Gott alles möglich ist und dass er
ohne Gott eigentlich gar nichts wäre.
Dass Gott ihm so zugewandt ist, liegt offensichtlich an seinem Lebenswandel und dass er auf dem
richtigen Weg ist und sich an die Gesetze und Gebote von Gott hält. Dass diese Gesetze und Gebote
nicht gerade wenig sind, das wissen wir auch. (und noch schwerer zu erfüllen!)
Sehr wenig ist es auch nicht, was David so mit Gott erlebt und was er zu berichten hat. Dass er mit
Gott alle Finsternis durchläuft und dass er gegen alle Feinde gewonnen hat.
Und damit bleibe ich ganz klar an Vers 30 hängen. Dieser Vers 30 aus Psalm 18, sagt aus, mit meinem
Gott kann ich über Mauern springen! (je nach Übersetzung)
Mit meinem Gott kann ich über Mauern springen?
Jeder körperlich beeinträchtigte Mensch wird sich jetzt bestimmt komisch fühlen und denken, was erzählt
denn der dafür einen Mist.
Was rede ich da von Mauern und Hürden überspringen, die sicherlich nicht für jeden Menschen
schon rein optisch, psychisch und körperlich nicht in der Lage sind dies zu tun.
Schon allein aus der körperlichen Verfassung heraus, kann dies schon als Hohn und Spott gewertet
werden.
Oder ist das nur symbolisch gemeint?
Am Ende dieser Andacht würde ich mir wünschen, wenn wir alle der Meinung sind, dass jeder Mensch
über Mauern und Hürden springen kann, wenn er nur gemeinsame Sache mit Gott macht.
Zurück zum Thema. Ja, Gott ist besser als…. jedes Medikament und kommt mit jedem Handicap
zurecht, was wir Menschen so haben.
In den Versen 21 – 35 macht David ganz deutlich, dass Menschen geholfen bekommen, wenn sie
sich trauen und wenn sie sich bemühen, sich an Gottes Gebote und Gesetze zu halten.
Und dann kommt der I- Punkt.
Gott hilft nämlich den Schwachen und Unterdrückten und holt die Hochnäsigen von ihrem hohen
Ross herunter und schmeißt diese vom Gaul.
Und im Gegenzug, das lesen wir auch in Psalm 18, gegen die Treuen zeigt sich Gott auch treu und
loyal und die Ehrlichen werden gerecht behandelt.
Das ganze sicherlich nach Gottes Maßstäben und nicht so, wie wir es uns immer vorstellen. Gott steht
hinter den Menschen, die es schwerer haben, die beeinträchtigt sind, ein Handicap haben oder
die unterdrückt sind, hinter denen steht Gott wie eine Wand.
Das ist besser als jede Armee und besser als jede Bewaffnung. Besser als alles andere, wenn du nur
Gott hinter dir hast………….
Ich frage mich nur, was nützt es den Menschen, die es von Haus aus schon schwer haben und sowieso
in ihrem Leben nicht zu lachen haben????????????
Was nützen diese Sätze den Menschen, die am Boden sind, dass dann Gott hinter ihnen steht und
sie scheinbar nichts spüren von Gott und dessen Hilfe und Beistand?
Wie steht Gott diesen Menschen bitteschön im täglichen Leben bei?
Das ist schwer zu klären und zu erklären. Ich möchte heute mal ein ganz kleines Beispiel aus meinem
Leben nehmen, um zu versuchen zu beweisen, wie groß Gott ist! Egal was ist, er steht den
Schwachen bei und tut alles, was er tun kann.
Mal sehen, was ihr oder was sie von dieser wahren Begebenheit halten.?????
Es ist Mitte Juni des Jahres 2019.
Es ist sehr heiß und überhaupt der ganze Juni ist sehr heiß.
Es ist der Evangelische Kirchentag in Dortmund. Tagsüber haben wir viel erlebt. Mit einigen
beeinträchtigten Menschen war ich allein in der S-Bahn unterwegs. Ein Ausflug in eine
Jugendherberge und fünf Tage zum Kirchentag in Dortmund.
Zu den mir anvertrauten Menschen gehörte ein großer stämmiger breiter Kerl, nennen wir ihn
Paul, zwei kleinwüchsige ältere Mädchen, eigentlich Frauen, sowie ein stark beeinträchtigt geistig
beeinträchtigter Mann.
Wir haben uns den ganzen Tag auf dem Kirchentag ausgetobt und fuhren nun in kleinen Gruppen
zu unserem Quartier in die Jugendherberge.
Natürlich, weil es schon ein vorgerückter Abend war, war die S- Bahn vollgestopft mit Menschen.
Wir quetschen uns gerade noch so hinein und schon ging die Fahrt los. Bei der nächsten Station
stiegen vier junge Männer ein, offensichtlich einer merkwürdigen Szene zuzuordnen. An dieser
Station stiegen auch viele Menschen aus.
Diese vier Jugendlichen, offensichtlich angetrunken, machen sich zunächst sehr schnell über die
kleinwüchsigen Menschen lustig. Danach fingen Sie an, diese zu schubsen.
Das war mein Zeichen. Die Situation kurz abgeschätzt….., hatte ich wohl gegen diese vier keine
Chance, wenn es zu einer ernsthaften Rangelei kommen würde.
Ich gab diesen zu verstehen, dass sie doch die kleinwüchsigen Mädels in Ruhe lassen sollten,….
doch nun fühlten sie sich plötzlich noch zu höheren berufen und wollten sich eine von den
kleinwüchsigen Menschen zuwerfen.
Das war für mich zu viel, ich sagte deutlich, sie sollten sie loslassen und wir würden sowieso
bald aussteigen und damit wäre es doch in Ordnung.
Ich sagte weiter, sie würden doch sehen, dass diese kleinwüchsigen Menschen überhaupt nicht
ihnen gewachsen sind.
Die Antworten, die ich dann zu hören bekam, waren nicht sehr schön und ich möchte an dieser
Stelle die nicht wiederholen, sie waren nicht nur sexistisch, sondern auch noch anmaßend und
beleidigend. Plötzlich stand ich im Fokus und offensichtlich nahmen die Herren Anlauf, mir das
Gesicht zu verbeulen.
Ich begab mich schon in eine Abwehrstellung, doch hatte ich ganz und gar Paul vergessen.
Paul drängelte sich auf einmal durch die Menschen und schnappte sich zwei von diesen
Halbstarken und nahm einen rechts und ein links in den Schwitzkasten.
Ich weiß gerade nicht, was jetzt schlimmer war. Zu wissen, dass Paul zwei im Schwitzkasten hatte
und ich mich dann nur noch um Zwei kümmern musste, und dann sah ich ihre Hilflosigkeit im
Schwitzkasten von Paul.
Die anderen beiden waren so perplex, dass sie erstmal gar nicht wussten, was sie tun sollten.
Paul wie gesagt 2 m groß sehr breit ja und offensichtlich ziemlich naiv in seiner Denkweise
nennen wir es mal so.
Als ich merkte, dass die Situation sich entschärfte, bat ich Paul die beiden loszulassen!
Ich sagt sie hätten sich wohl beruhigt.
Wohl wissend und auch sehend, dass sie schon die Farbe im Gesicht sehr stark veränderte, von
den beiden im Schwitzkasten.
Paul gab mir zur Antwort, die wollen dich schlagen und die zwei habe ich schon mal! Und die
lasse ich nicht los, er möchte nicht dafür verantwortlich sein, wenn ich Dresche bekommen
würde!
Er würde jetzt hier die zwei erstmals behalten.
Im Blickwinkel die anderen beiden, die sich gar nicht zu helfen wussten und sich an Paul auch
nicht heranzutrauen.
Nun war ich mehr besorgt um den Gesundheitszustand der Beiden, die Paul im Schwitzkasten
hatte als die anderen beiden, die so perplex waren, dass sie gar nichts mehr machen konnten.
Auch meine deutliche Bitte, er sollte sie loslassen half nichts. Er war sich seiner Sache sicher,
dass wenn er sie loslassen würde, sie mir an die Wäsche wollten.
Erst nach eindringlichen Bitten und Beteuerung und strengen Blick liest Paul von seinem
Vorhaben ab, ohne nicht vorher noch einmal kräftig seine gut gebauten Arme zuzudrücken, so
dass die beiden losgelassenen wie leblos zu Boden fielen.
Absolutes Schweigen, Totenstille in dieser Straßenbahn, kein Ton, kein Mucks, kein Gegröle, nur
Stille.
Plötzlich fiel mein Blick auf eine ältere Frau, die dort saß und die ganze Situation live beobachtet
hatte und diese fing an zu klatschen.
Nach dieser Aktion und dem Beifall der älteren Frau und dem Lachen einiger Mitfahrer kam wohl
die Station der vier Raudies, die sie zum Aussteigen benutzen. Endlich kam auch unsere Station,
bei der wir aussteigen mussten.
Dabei fingen meine Gedanken an, abzuschweifen. Keine Chance gegen so viel brutale Energie und
trotzdem hat es Gott auf eine ganz wunderbare Art und Weise geregelt. Ihr glaubt gar nicht wie sehr ich
mich für meine kleinen und Mini – Glauben geschämt habe!!!!
All die unnötigen Gedanken waren es nicht wert gedacht zu werden.
Statt ein Stoßgebet zum Himmel zu schicken, habe ich mich auf blaue Flecken und eine aufgeplatzte
Lippe vorbereitet.
Es wäre besser als alles andere, wenn mein Glauben nur halb so groß wäre wie er damals bei David
gewesen ist.
Und ganz ehrlich, ich bin bestimmt alles andere, nur sicherlich kein guter Christ.
Nein, das bin ich wirklich nicht und ich bin es auch überhaupt nicht wert, Woche für Woche hier in
Andachten Gott zu verkünden.
Doch ich tue es immer und immer wieder.
Es sind nun fast 400 Andachten auf YouTube und weit über 1000 Gottesdienste, Beerdigungen,
Taufen und so weiter…
Warum tue ich das?
Was gibt es denn besseres als über Gott zu reden und Menschen von Gottes Liebe und Stärke zu
erzählen.
Wie groß und wie stark Gott ist, das durfte ich in Form von Paul erleben. Das ist das Beste und besser
als alles, was ich in 57 Jahren auf dieser Welt erleben und durchleben musste……….
Etwas Besseres als Gott, Jesus Christus und den Heiligen Geist, das gibt es nicht.
Besser als alles andere auf dieser Welt. Darum möchte ich allen Menschen und alle Menschen so sehr
bitten…. alles andere, was dich von Gott fernhält, einfach weg zu tun und in allen Situationen des
Lebens Gott um Hilfe und Unterstützung bitten.
So einen kleinen Glauben wie ich damals in dieser S – Bahn hatte und Gott nicht gefragt habe und
Gott trotzdem gehandelt hat, diese Erfahrung wünsche ich Euch.!!!!!!
Ich wünsche euch.:
immer einen Paul,
ich wünsche euch immer ein Stoßgebet und
ich wünsche euch immer die Zuversicht, die nur Gott bieten kann.
Macht nicht den gleichen Fehler wie ich und wartet darauf, dass Gott von sich aus hilft.
Nein, Gott möchte gefragt werden und das immer und immer wieder. Wenn man Gott auf der Seite
hat so kannst Du berichten aus deinem Leben wie David es in Psalm 18 tut.
All die Probleme, die dich hier runterziehen und zu schaffen machen, ja die sind für Gott kein Problem.
Mit Gott kannst du über Mauern springen und ja du kannst es auch tun, wenn du beeinträchtigst, wenn
du hilflos, wenn du schwach traurig und müde bist.
Ich bestätige dir, es gibt nichts Besseres als……… und jetzt machst du den Satz fertig.
Und der Friede Gottes, welcher höher ist als all unsere menschliche Vernunft bewahre unsere
Herzen und Sinne in Christus Jesus.