Predigt zu Psalm 13:

Predigt zu Psalm 13:

Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen
Geistes sei mit uns Allen.
Der Predigttext für den heutigen Sonntag steht im AT, bei Psalm 13.
Wie lange noch? (abwarten)
Ein paar Mal kommen in Psalm 13 der Satz (Fragesatz) vor.: Wie lange noch?“
Eigentlich ist dieser Psalm für Menschen wie mich geschrieben. Menschen, die nie oder kaum die Zeit
abwarten können. Menschen, die sich fragen, wie lange noch muss ich das hier ertragen!?
Und genau diesen Satz höre ich gerade von älteren Menschen immer und immer wieder.

Früher habe ich den biblischen Satz im Alten Testament oft nicht verstanden. Sätze, wenn es
darum ging, dass die Zeit zum Sterben herangekommen war und über das Sterben von älteren
biblischen Gestalten berichtet wurde. Die Bibel drückt es so aus: ,,Er oder sie war satt an Tagen!“
Wie gesagt, noch vor einigen Jahren habe ich es nicht verstanden! Und heute verstehe ich es immer
besser, mit zunehmendem Alter.
Man muss tatsächlich älter oder alt werden, um gewisse Dinge besser oder überhaupt verstehen zu
können.
Heute weiß ich:
ich habe nicht alles gesehen, doch ich habe vieles gesehen,
ich habe nicht alles gegessen, doch ich habe das gegessen und probiert was ich will
ich habe nicht alles gefahren, doch ich habe die Autos und Fahrzeuge gefahren, die ich fahren
wollte,
ich habe nicht alles erlebt, doch ich habe das Leben genossen und viel erleben müssen.
Und im Kontext kann ich sagen:
ich habe fast jedes Fettnäpfchen mitgenommen was ich bekommen konnte,
ich habe viele Gefechte geschlagen, habe gewonnen und doch meistens verloren,
viel Schlechtes erlebt doch das Gute ist in mir hängen geblieben,
versucht ohne Gott zu leben und auf die Schnauze gefallen,
viel gelogen und betrogen, doch dafür die Quittung bekommen und somit habe ich gelebt!
Und nun, mit 57, bin ich an einem Punkt angekommen, wo ich sage, ich bin satt an Tagen.

Ich bin müde geworden.
Und eines konnte ich in meinem Leben nie und ich habe es bis zum heutigen Zeitpunkt nicht gelernt,.
nämlich die Zeit abwarten.
Und damit sind wir eindeutig schon bei Psalm 13.
Wie oft habe ich Gott gefragt.:
,, Wie lange noch?”
Wie lange geht es mit mir bergab?
Wie lange denn noch, bis die Talsohle endlich erreicht wird?
Ich kann David den Psalmschreiber absolut verstehen. Verstehen, wenn er in Psalm 13. mindestens 4x
die Sätze und die Fragen stellt.: ,,Wie lange noch!?”
Die meisten von uns kennen das Leben mit den ganzen Höhen und Tiefen. Und jeder von uns, so glaube
ich, war schon einmal in einem Punkt, an dem Punkt, wo man sich gesagt hat.: ,,…ich möchte hier nicht

mehr sein. „Ich ertrage das nicht mehr, dann möchte ich lieber überhaupt nicht mehr leben!”
Das alles, das hier (egal welche Situation) dass ich das noch länger ertragen muss.
So nach dem Motto:
,,Gott ändere das (Situation) und schnell sonst will ich nicht mehr!”
Und doch, wenn wir ehrlich sind, egal in welchen Situationen wir im Leben hingen oder gehangen haben,
da war doch immer irgendwie so ein kleiner Hoffnungsschimmer!
Dieser Hoffnungsschimmer, dass es einmal besser werden wird.
Diese Hoffnung, dass nicht die Anderen gewinnen und triumphieren sollen.
So wieder aufzustehen…….
Ähnlich wie der Phönix aus der Asche aufsteigen und es wieder allen so richtig zeigen wo der Hammer
hängt.
Das ist eindeutig das Leben.
In vier Versen von Psalm 13 beschreibt David eine recht ausweglose Situation in seinem Leben.
Er haderte mit dem Glauben und David meinte, er wäre von Gott verlassen!???
Wer fühlte sich in seinem Leben noch nicht von Gott verlassen? David, er fordert Gott auf, sich endlich
wieder zu melden und bittet darum, wieder froh und glücklich zu werden. Und in dieser Situation fühlt
sich David wie ein Tier, das zur Strecke gebracht wird.
Wer kennt sie nicht, diese ausweglosen Situationen im Leben? Und wenn man dann zurückschaut,
haben sich viele Dinge einfach wieder in Wohlgefallen aufgelöst und mit einem Schlag erledigt.
Doch dann passiert plötzlich etwas im letzten Vers von Psalm 13.
Dieser letzte Vers der passt überhaupt nicht in die vorangegangenen Verse.
David erzählt, wie beschissen es ihm geht, wie er leidet und dass er sich Gott verlassen fühlt und dann
kommt genau dieser Satz.
(Pause!)
Und diesen Satz brauche ich!
Diesen Satz brauche ich zum Leben und zum Überleben! Ich wünsche mir, dass wir alle diesen Satz
in unserem Leben gebrauchen……………..
Zitat:
,,Ich aber vertraue auf deine Liebe und juble darüber, dass du mich retten wirst. Mit meinem Lied
will ich dich loben, denn du, HERR, hast mir Gutes getan.“
David bekommt plötzlich absolutes Gottvertrauen! Plötzlich?
Ist es wirklich so plötzlich?
David, er jubelt Gott förmlich herbei und vertraut auf dessen Liebe und auf die Tatsache, dass er
ihn retten wird.
Das will schon was heißen.
In der größten Scheiße steckend erinnert sich David daran, was Gott ihm in seinem Leben schon alles
Gutes getan hat.
Genau auf diese Tatsache möchte ich am Ende dieser Predigt noch etwas näher eingehen…..
Wie oft geht es uns schlecht und wir sind am Boden zerstört und schreien nach Gott.
Wir schreien nach Gott mit unseren Gedanken und Gebeten.
Wie schnell machen wir Gott für unseren ganzen Scheiß und für die ganze Misere verantwortlich.
Das, was in unserem Leben passiert, schieben wir in den Verantwortungsbereich von Gott.

Und im Endeffekt haben wir alles vergessen, was uns Gott im Leben schon Gutes gegeben und in
unserem Leben Gutes widerfahren ist.!!!!!
Und wenn es uns einmal schlecht geht, dann soll alles schnell ganz schnell wieder weggemacht
werden.
Gott soll ähnlich wie die Feuerwehr helfen.
Und wenn wir dann mit der Krise fertig sind, dann soll Gott auch wieder ganz schnell verschwinden!
Und das Loben und Danken und dass Gott zu jubeln, das passiert nicht.
Das haben wir dann irgendwie vergessen. Wir sehen immer nur die Notsituation, in der wir gerade
stecken.
Wenn ich heute mit mir selbst am Jammern bin, dann muss ich mich dazu zwingen, mir immer und
immer wieder zu sagen.: ,,Ich danke dir Gott, dass ich so viel Gutes bekommen habe.”
Ich danke Gott, dass ich Gutes bekommen habe und ich mir sicher sein kann, dass Gott mir auch
in Zukunft und auch jetzt wieder helfen wird!!!!!!!!!!!!!
Und dann kommt genau das, was ich empfinde und was ich bis heute nicht gelernt habe, die Zeit
abzuwarten.
Doch wer kann das schon?
Ich sage zu mir und ich sage zu Gott.: ,,hilf mir Gott und ich möchte mich nach deinem Zeitplan richten!”
Genau das muss ich sagen, weil ich viel zu nervös bin, die Zeit nicht abwarten kann und Gott
eingestehen muss:

,,Herr wie du willst und nicht wie ich möchte!”
Und das sage ich auch Menschen, welche ich als Seelsorger betreue und begleite. Ich sage zu diesem
Menschen: ,,Lassen Sie uns gemeinsam über die schönen Dinge im Leben sprechen.“
Und wenn das nicht funktioniert, dann versuche ich ein Aufzählen.
Ein Aufzählen gemeinsam im Wechsel eine Gute und eine weniger gute Sache zum Tag, zum
Monat, im Jahr oder im Leben………………………………
Dabei habe ich die Erfahrung als Seelsorger gemacht, dass nach und nach …, wir dann oftmals nur noch
auf die guten und schönen Dinge zu sprechen!
Ja und das ist das Leben.
Ich möchte mit euch am Ende dieser Predigt, ein Tagesgebet sprechen und Beten!
Ein Gebet, welches ich gesprochen habe, als ich das erste Mal ganz bewusst JA zu Jesus Christus und
Ja zum Glauben an ihn gesagt habe.
Ein Gebet.:
dass ich auch heute noch spreche,
wenn ich am Boden bin,
wenn ich nicht mehr weiterkann und
wenn ich wieder einmal die Zeit nicht abwarten kann.
Gott Vater im Himmel!
In deine Hände lege ich meine unruhigen Gedanken, meine wirren
Gefühle, mein Leben. In deinem Schoß lege ich meinen müden
Kopf, die Früchte meines Tuns, meine Sorgen. Unter deinen Mantel
lege ich meinen schutzlosen Leib, meine verwundete Seele,

meinen angefochtenen Geist. In deine Hände lege ich meine
Freunde, meine Feinde, mein Leben. Amen
Und der Friede Gottes, welcher höher ist als all unsere menschliche Vernunft bewahre unsere
Herzen und Sinne in Christus Jesus.

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