Predigt zu Psalm 10:
Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen
Geistes sei mit uns Allen.
Der Predigttext für den heutigen Sonntag steht im AT, bei Psalm 10.
Lass dir das nicht bieten! (Gott)
Psalm 10. Dabei handelt es sich um einen ziemlich gewalttätigen Psalm.
Es geht wieder einmal um die Gottlosen, die Menschen, die Gewalt verüben und anderen Menschen
antun in jeglicher Form.
Und damit sind nicht nur die Verantwortlichen aus Politik und Wirtschaft gemeint, sondern auch die, die
in unserem näheren Umkreis leben.
Und nicht letztendlich du und ich sind gemeint.
Ja, brandaktuell in unseren Familien, Gewalt in der Ehe, Schule, auf der Arbeit oder im engsten
Familienkreis.
Und genau das sind die Stichpunkte und die Stichworte, auf die ich heute hinaus möchte.
Wir haben ja den Psalm 10 nunmehr zweimal gehört, einmal in Musikform und einmal in gelesener Form,
von Grit.
Wir sind heute immer ganz schnell dabei, mal mit dem Finger auf Andere zu zeigen und tun oft bewusst
oder von mir aus auch unbewusst unserem Nächsten weh.
Ja, wir tun ihm nicht nur körperliche Gewalt, sondern auch seelische Gewalt an.
Der Psalm 10 unterteilt sich, für mich, in zwei Teile.
Psalm 10 ist nichts anderes als ein großes, Klage.- und Beschwerdelied an Gott.
Wie gesagt, zwei Teile.
Teil 1, ist die Beschreibung des derzeitigen Ist.- Zustandes, von König David, der auch diesmal
offensichtlich in diesen Psalm wieder verfasst hat. Es handelt sich hierbei um die (Vers 1 – 11.)
Teil 2 geht darum, dass wir, du, ich und wir alle trotz Gewalt und Not, keine Angst haben müssen.
Absolutes Vertrauen in und auf Gottes große Gerechtigkeit. (Vers 12 – 18)
Ich sagte ja am Anfang, dieser Psalm ist ganz schön hart und brutal.
In allen möglichen Facetten und Situationen beschreibt David, wie die Menschen die Mist bauen und
ihn ans Leder wollen, handeln und ihm weh tun.
Dabei lässt er kaum etwas aus.
Nichts aus, bis hin, dass er Gott darum bittet, seine Feinde ins ewige Verderben zu schicken.
Es geht bis zu dem Ruf nach Gott, er solle endlich eingreifen und etwas gegen die bösen Menschen
tun.!!!!!
Für mich ist es eine klare Aufforderung zum ersten Mal in einem Psalm, wo Gott konkret aufgefordert
wird, etwas zu tun, was mit dem Umbringen von Menschen zu tun hat!!!
Der ruft danach, Gott soll endlich eingreifen und etwas gegen böse Menschen tun verwundert mich in
der Bibel nicht.
Dieser Satz.: ,,Lass dir das doch nicht gefallen, Gott, das steht da ganz klar und eindeutig.”!!
Lass dir es nicht gefallen Gott, dass Menschen so über dich und über dein Volk und nicht zuletzt über die
Christen in aller Welt herumtrampeln, sie lächerlich machen, und ja, dich Gott damit verspotten.
Da bleibt auch nur der Wunsch, die Macht der Gottlosen zu zerstören, um die Bosheit zu bestrafen. Ich
kann David verstehen auch mit dem Blick auf unsere heutige Welt!!!
Neulich beim Einkaufen.
Zwei Jugendliche drangsalieren einen offensichtlich Jüngeren und Schwächeren. Der Supermarkt
ist gut gefüllt mit anderen Menschen.
All die anderen Menschen, die einkaufen gehen, interessiert es offensichtlich nicht, dass hier ein
junger Mann in Not ist. Ich habe Zeit und beobachte diese Situation der ca. 10 bis 12-Jährigen.
Der Drangsalierte hat wohl offensichtlich keine andere Möglichkeit als ich zu verdrücken, nur die
anderen Beiden sind hinter ihm gleich her. Ich bleibe mit meinem Wagen in einigem Abstand, um
das Geschehen weiter zu beobachten. Der Abstand ist groß genug, dass ein Lauschen der
Gespräche nicht zu vermuten ist.
Jetzt höre ich, was das Ziel ist. Der Jüngere, also das Opfer, hat offensichtlich Geld und die
anderen nicht. Nun soll das Geld freiwillig oder unfreiwillig den Besitzer wechseln. Ich schaue mir
das Hin und Her noch eine Weile an und gehe dann zum Ort des Geschehens. Ich frage deutlich
bestimmend und laut die beiden älteren, warum sie das tun? Die Antwort kam prompt: ,,Weil wir’s
können!”
Natürlich hat meine Antwort nicht lange auf sich gewartet.
Ich dachte, in dieser Situation habe ich selbst mehr als einmal gesteckt und wie oft habe ich mir
gewünscht, es würde doch einmal Einer vorbeikommen und mir helfen!
Doch bei mir kam niemand, bis ich mir selbst zu helfen wusste. Ich fragte mich damals einmal mehr:
,,Hat Gott mich verlassen?”
Ich habe mir doch so oft gewünscht, dass ein großer, starker Typ kommen würde und dass endlich
mal die Bösen eine aufs Maul bekommen würden.
Und nichts ist passiert!
Über die Jahre hinweg.
Bis ich dann selbst groß und kräftig geworden war und ich eines Tages es selbst in die Hand genommen
habe. Heute weiß ich, Gott war immer da…(auch damals)
Er hat mich durch eine ganz, ganz harte Schule laufen lassen. Über Jahre hinweg. Als Kind, als
Jugendlicher. An diesem Nachmittag beim Einkaufen war es mir wieder einmal mehr bewusst,
warum Gott dies alles zugelassen hat!
Viele andere Menschen beim Einkaufen hatten es nicht gesehen, haben es nicht bemerkt, dass hier ein
junger Mann in echter Not war.
Es interessiert sie nicht, weil sie zu sehr mit sich selbst beschäftigt waren.
Es hat sie einfach nicht interessiert, dass dieser Junge in Not war.
Meine Antennen sind seit Jahren ganz anders, weil ich weiß wie es ist und weil ich weiß wie es mir
ging.
Nachdem die beiden Anderen das Spielfeld verlassen hatten, habe ich den dankbaren Blick des
Jungen gesehen!
Das hat mir gereicht.
Die sensible Art, solche Situationen zu bemerken, hat mich Gott gelehrt mit seiner sehr, sehr harten
Schule.
Natürlich habe ich heute keine Angst mehr, nur Gott macht gerade und braucht Menschen, die durch
diese Situationen und harten Schulen gehen müssen.
Ja, Menschen, die auf andere Rücksicht nehmen und sich um andere kümmern, sensibilisiert gerade
dann, in solchen Situationen auf Ungerechtigkeiten Acht zu geben und uns für die Schwachen stark
zu machen.
Über dem Schreiben dieser Predigt fällt mir noch eine Beurteilung aus der Berufsschule in Plauen im
Vogtland ein.
Ich habe mich direkt aufgemacht im Büro und gesucht und angestrengt und tatsächlich diese
Beurteilung vor genau 40 Jahren gefunden.
Einen Auszug möchte ich hier davon lesen, denn heute weiß ich, dass ich die harte Schule Gottes
absolvieren musste und durch diese gehen musste, damit ich letzte Woche dem jungen Mann zur
Seite stehen konnte und nicht mit Desinteresse reagiert habe.
Unser Klassenlehrer ein älterer Mann und Tischler, konnte mich damals im Alter von 16 Jahren schon
recht gut beurteilen.
Er schreibt:
,,Herr Schlagowsky ist ein sozialer Typ, der ein hohes Gerechtigkeitsempfinden spüren lässt und sich
schnell für andere arrangiert. Er kann man offen seine Meinung äußern. Lobenswert ist eine
Hilfsbereitschaft, und Einsatzfreude die selbstlos sind….
Es geht noch weiter, aber das ist mir zu viel zu viel Lobhudelei… Nur weiß ich heute, wie dieser Mann
zu dieser Beurteilung gekommen ist und warum ich diese Beurteilung bekommen habe, weil ich durch
die harte Schule Gottes laufen musste.
Wenn du dich heute fragst, warum manche Situationen so hart sind und sie dich so hart getroffen
haben…, ich bin der felsenfesten Überzeugung, Gott züchtet Profis.
Gott ist nicht für alle Unzulänglichkeiten des Lebens zuständig. Das weiß ich heute. Gott ist immer da
und begleitet dich und macht dich sensibel auf die Ungerechtigkeiten dieser Welt und auf
Menschen, die gerade deine Hilfe brauchen…….
Über die augenscheinlichen Ungerechtigkeiten, damals in meiner frühesten Jugend und Schulzeit, denke
ich immer öfter darüber nach.
Ich habe mir damals plötzlich auch nicht mehr alles bieten lassen.
Deshalb bin ich der Meinung auch wir Christen sollten uns heute nicht alles bieten lassen.
Deshalb auch meine Überschrift: ,,Lass dir nicht alles bieten.”
Und ja, ich unterstütze die Auffassung von König David an Gott, wenn er zu Gott sagt: ,,Stehe auf ja und
lass dir nicht alles bieten.” Die klare Aufforderung an Gott sei nicht immer so gütig, hau auch mal
drauf.“
Die klare Aufforderung an Gott lass dir nicht mehr alles bieten und die Frage.: ,,Wieso Gott lässt du es
zu, dass Menschen über dich spotten und lästern. „Warum machst Du nichts?”
Ich weiß Gott lässt sich nicht alles gefallen und er wird eines Tages gerecht handeln und ja auch
richten.
Die Kernaussage meiner heutigen Andacht soll sein: ,,Gott prüft und ja er quält uns Menschen
offensichtlich auch sehr. Wir fühlen uns oftmals von Gott verlassen und allein. Doch diese Annahme ist
falsch!“
Der einzige Mensch, den Gott jemals verlassen hat, war sein Sohn Jesus Christus am Kreuz von
Golgatha!!!
Meine Bitte an dich am Ende dieser Andacht. Ich bitte dich, nimm deine Erfahrung, die du machen
durftest machen musstest und unterstütze die Menschen! Menschen, die offensichtlich in ähnlichen
Situationen stecken. Du bist mit deinem Erlebten und mit deinen Erfahrungen Profi.
Du kannst mit deinen Erfahrungen anderen Menschen helfen und sie lernen sich nicht alles gefallen zu
lassen. Hilf, damit auch anderen Menschen geholfen wird.
Meine Aufforderung an Dich: ,,Bete bitte mit den Worten, Gott hilf mir, dass ich helfen kann!”
Meine Botschaft an uns alle: „Lasst euch nicht alles gefallen, sondern kämpft mit den Waffen von
Gott, Waffen, die er uns zur Verfügung gestellt hat! „
Und der Friede Gottes, welcher höher ist als all unsere menschliche Vernunft bewahre unsere
Herzen und Sinne in Christus Jesus. Amen.