Predigt zu Markus 12, 28-34:
Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des heiligen
Geistes sei mit uns Allen.
Gemeinde.: Amen
Der Predigttext für den heutigen Sonntag, steht im NT bei Markus 12, 28-34
…keine weiteren Fragen??!!!!
Israel Sonntag!
Für mich ist dieser Sonntag jedes Jahr wieder ein absoluter Spielball der Gefühle.
Es ist der Sonntag, an dem insbesondere dem jüdischen Volk und dessen Verbindung mit Gott
gedacht wird.
Es gruselt schon ein wenig, wenn Gott sagt: ,,Wer mein Volk antastet, der tastet meinen Augapfel
an!” Was das bedeutet, das weiß wohl jeder!! Oder kann sich zumindest jeder denken.
Okay. Jesus war Jude!
Die Juden das auserwählte Volk Gottes,
die Juden ein Volk was immer irgendwie im Fokus steht.
ein Volk, das entweder mit großer Vorsicht behandelt wird oder
auch gleich in eine Gaskammer geschickt wurde.
ein Volk, was ausgezeichnete kaufmännische Eigenschaften hat und
Zum anderen wird es von Gott selbst als widerspenstig, stur und schlecht beschrieben.
Und wie verhalte ich mich nun?
Was soll ich an diesem Sonntag dazu predigen?
Hören wir den Predigttext aus Markus 13, 28 – 34.
Der Schlusssatz des Predigttextes lautet.:,, und keiner traute sich, Jesus mehr Fragen zu
stellen……..“
Also keine weiteren Fragen mehr!!!!
Was ist passiert?
Einer der Obersten Juden stellt Jesus endlich mal eine ernsthafte Frage! Eine Frage, ohne
Hintergedanken und ohne Jesus gleich auf Glatteis führen zu wollen…..
Die Frage lautete: ,,Was ist das wichtigste Gebot?”
Und Jesus, der antwortet gleich mit zwei wichtigsten Geboten. Er antwortete mit der Tora!
Den fünf Bücher Mose, die leider auch heute, immer noch nur von den Juden als Gottes Wort
anerkannt werden. Aber das ist ein anderes Thema.
Jesus stellt in seiner Antwort ganz klar Gott an erster Stelle.
Dem ist nichts mehr hinzuzufügen und es gibt sozusagen,….. keine weiteren Fragen mehr! Gott an
erster Stelle und Gott über allen Dingen!!!
Und dann packt Jesus doch einen drauf mit dem Gebot.:,, du sollst deine Nächsten lieben wie dich
selbst!“ (3. Mose 19,18)
Und das ist genau der Punkt, an dem ich jedes Jahr wieder meine Schwierigkeiten habe. Diese
Aussage bringt mich in Schwierigkeiten und meine Toleranz gegenüber Juden ziemlich hart an ihre
Grenzen. Wir wissen ja alle, Mord und Totschlag im Gazastreifen auf beiden Seiten!!!
Zum einen Palästinenser zum anderen die Juden.
Beim besten Willen kein gutes Aushängeschild für Gottes auserwähltes Volk. Natürlich für die
Moslems auch nicht!!!
Man muss aber auch wissen, dass die Juden bis heute Jesus Christus nicht als Gottes Sohn anerkannt
haben und ihn zusätzlich auch noch ans Kreuz gebracht haben.
Ans Kreuz von Golgatha. Ganz klar, es waren die Römer, aber die hätten Jesus niemals ans Kreuz
genagelt!
Das hat Pilatus mehrfach versucht abzuwenden. Die Juden waren für diesen Mord verantwortlich.
Und niemand anderes.
Und dann Jesus mit diesem Satz, du sollst deine Nächsten lieben wie dich selbst. Das muss man sich
erst mal geben! Das muss man setzen lassen und zu Gemüte führen.
Meinen Nächsten lieben wie mich selbst??????
Beispiel: Den lieben der….
mein Kind vergewaltigt oder sogar umgebracht hat
der mich seit Jahren mobbt
der mich betrogen hat
der mir weh getan hat
der, der am liebsten meinen Tod will?
Nein, das funktioniert nicht.
Von wegen Jesus,… keine weiteren Fragen mehr! Ich hätte da noch ein paar Fragen, die ich mir jetzt
trauen würde, dir zu stellen Jesus.
Fragen wie z.B.:
wie soll ich das hinbekommen
wie soll ich über meinen Schatten springen
wie soll ich mich verhalten
wie soll ich meine Gefühle in Griff bekommen
wie kann ich tolerieren
wie kann ich akzeptieren
wie kann ich das alles hinbekommen, ohne jähzornig zu werden????????????
Fragen über Fragen….
Da sind doch noch so Fragen, die noch offen sind.
Jesus!
Auch wenn sich damals zum Zeitpunkt des Predigttextes keiner der Obersten der Juden mehr getraut
hat, dich etwas zu fragen!!
Ich würde mich schon gern trauen, dir noch ein paar Fragen zu stellen!????
Und damit sind wir genau beim Thema.
Jedes Jahr da hänge ich in so einer Art Zwickmühle mit dem Judentum und mit diesem Sonntag.
Zum einen das auserwählte Volk Gottes und zum anderen keinen deut besser als der Rest der
Menschheit.
Es ist eigentlich schlimm, wenn man so denkt.
Nur sehe ich mich genau mit diesem Predigttext und mit diesem Sonntag an meine Grenzen
gebracht.
Zwar bezeichne ich mich nicht, wie unser sehr geehrter Herr Dr. Martin Luther wohl gewesen ist, als
absoluter Judenhasser, jedoch habe ich jede Menge Unverständnis teilweise für dieses Volk.
Und doch hänge ich mich ganz klar an die Aussage von Jesus Christus!!!
Jesus, der die gesamte Fülle des Alten Testaments mit seinen Gesetzen und mit seinen Geboten,
übrigens Zehn Gebote und ca. 620 Gesetze in zwei Gebote zusammengefasst hat……
Das wären…
Gott klar die erste Stelle in unserem Leben zu geben und es gibt nichts, aber auch gar nichts anderes
über ihm, neben ihm, unter ihm!!
Gott ist der Erste und der Oberste und daran gibt es nichts zu rütteln.
Natürlich ist dies alles verbunden mit dem Heiligen Geist und Jesus Christus als Gottes Sohn.
Dazu gibt es keine weiteren Fragen für mich!
Und für dich sollte es genauso sein!!!!!
Und was das Gebot betrifft, dass ich meine Nächsten lieben soll wie mich selbst, da brauche ich
eindeutig, aber absolut eindeutig in Gottes Hilfe dazu. Was bleibt mir anderes übrig, als hierfür zu
beten und Gottes Beistand zu erbitten.
Ich bete darum, dass es mir immer ein wenig besser gelingen sollte.
Was mach ich mit dem Satz.:,, Du sollst Deinen Nächsten lieben wie Dich selbst????”
Ich möchte das mit dem ,,LIEBEN,, in diesem Satz erstmal ganz hinten anstellen. Also ich würde das
mit dem LIEBEN eher ersetzen mit dem Wort AKZEPTIEREN!!
Also, ich bete dafür, dass es mir erst einmal immer besser gelingen möge, dass ich den Menschen,
die mir nicht gut wollen, erst einmal gegenübertreten kann.
Gegenübertreten kann, ohne gleich auszurasten, oder zumindest sie als Mensch respektieren
kann….
Ich bete dafür, dass es mir erst einmal gelingen möge, meinen Dreck von meiner eigenen Tür zu
beseitigen und bei mir selbst anfange, bevor ich mich mit anderen Menschen so auseinandersetze.
Das wäre für mich ein Anfang. Damit habe ich viel zu tun.
Gott, Jesus Christus und der Heilige Geist, wenn sie mir dabei helfen oder wenn ihr mir dabei helfen
könntet und mich unterstützen würdet auch bei den vielen Verfehlungen von mir an jeden neuen
Tag.
Das wäre mein Wunsch.
Wenn es mir gelingen wird, mich selbst mit all meinen Fehlern und mit meinen Verfehlungen selbst
zu akzeptieren, dann hätte ich zunächst keine weiteren Fragen mehr!!!!
Ja, das hilft mir, die Menschen so zu nehmen, wie du sie geschaffen hast.
Denn du hast ja alle Menschen lieb.
Auch mich.
„Und wenn ich es mir so recht überlege, dann hattest du ja bei mir auch..,, keine weiteren Fragen
mehr gestellt..” und hast mich zu dir genommen.
Gott, wenn du bei mir schon ,,keine weiteren Fragen“ mehr hattest, dann habe ich auch keine
weiteren Fragen mehr!!!!
Und der Friede Gottes, welcher höher ist als all unsere menschliche Vernunft bewahre unsere
Herzen und Sinne in Christus Jesus.