Predigt zu Jesaja 66, 10-14:

Predigt zu Jesaja 66, 10-14:

Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen
Geistes sei mit uns Allen.
Der Predigttext für den heutigen Sonntag steht im AT, bei
Jesaja 66, 10-14
..lass Dich trösten und weiter geht’s…!!!
Dieser Sonntag ist so ein bisschen mein Lieblings Sonntag. So der Sonntag mitten in der Passionszeit.
Einige Wochen vor Ostern!
Eigentlich ist ja die Passionszeit so die ruhige und die Trauerzeit, weil der Leidensweg von Jesus
Christus beschrieben wird.
Und dann plötzlich dieser Sonntag, dieser Sonntag mit dem Namen Lätare.
Mitten in dieser Leidenszeit ein kleines Osterfest, ganz andere Worte, ganz andere Psalmen und ein
ganz anderer Wochenspruch.
Alles, was heute so kommt, passt gar nicht in diese so traurige Passionszeit.
 Lätare freut euch mit Jerusalem!?
 Freuen?
 Freuen auf was?
 Das Jesus in wenigen Wochen umgebracht wird?
 Das wieder ein Krieg mehr auf der Welt ist und wieder einer mehr…
 über was sollen wir uns nun freuen?
Und dann und dann ist da auch noch sehr passend der Wochenspruch! Der mit dem Weizenkorn. Die
Aussaat. Ein Korn muss in die Erde um dort zu sterben, dass etwas Neues entstehen kann! Eine neue
Ähre entstehen kann und wieder mit neuen Samen können………….
Das ist alles schon irgendwie sehr stimmig.
Und dann noch der Predigttext, der gleichzeitig die Erklärung von Lätare enthält.
Der Text enthält alles, was wir / ich uns in dieser heutigen Zeit wünschen und brauchen.
Der Predigttext enthält.:
 Zuspruch,
 Trost und Frieden.
 Frieden wir nur von Gott kommen kann und wie Gott ihn nur machen kann.
Hören wir den Predigttext aus Jesaja 66, 10-14

Das erste, was mir durch den Kopf schießt…., was ist das nur für eine Zeit? Eine Zeit für mich/ euch
/uns allen.

Wie oft habe ich mit Menschen zu tun, die voll des Leids sind und mit Trauer und Hoffnungslosigkeit
nicht mehr umgehen können.
Ja, förmlich an ihrem Leid und Hoffnungslosigkeit ersticken. Menschen, die mit ihrem finanziellen
Mittel nicht mehr auskommen und vor einem Kollaps sitzen. Diese Zeit, was ist das für eine Zeit
heute???
Eigentlich ist doch alles nur noch traurig und trostlos und wir werden ausgenutzt ausgepresst und
obendrein noch von Regierenden und von Kirchenseite für dumm verkauft.
Und dann auch noch dieser Predigttext mit den Worten:
,,…freut euch mit Jerusalem!?
 Ist da nicht auch gerade Krieg?
 soll ich mich daran freuen, wenn es Krieg gibt, irgendwo auf der Welt?
 Wenn Menschen umgebracht werden und in Leid gestoßen werden?
Gestern Nacht!
Ein junger Mann von 21 Jahren steht rauchend vor der Firma, in der er arbeitet.
Es ist 2 Uhr morgens. Er ist in einem Kriegsgebiet geboren und geflüchtet. Damals als Jugendlicher
nur mit Mutter und seiner Schwester und einer Geburtsurkunde.
Einen Pass gibt es nicht, weil keiner weiß wie man den bekommen kann in einem Kriegsgebiet?
Er ist 21 Jahre, vielleicht muss er dableiben, wenn er ins Kriegsgebiet fährt, um einen Pass zu
besorgen?
Die Stadt, aus der kommt, ist hart umkämpft und es ist zurzeit nicht zuzuordnen, zu welchem Land
diese gehört.
Überall wird natürlich in Deutschland der Pass verlangt. Arbeiten darf er!!!
Deutsch spricht er ja fast perfekt, nur einen Führerschein kann er nicht machen, den er so dringend
braucht!! Grund ist der Pass ….und trotzdem freut er sich, hier zu sein und Arbeit zu haben.
Es ist 2:30 Uhr und der junge Mann freut sich. Er muss mit dem Fahrrad jeden Tag einige Kilometer
zur Arbeit, denn die beginnt 23 Uhr!
Um diese Zeit fährt kein Bus zur Arbeit! Und trotzdem ist er glücklich und zufrieden, er freut sich.
Freude nicht in Jerusalem… Freude irgendwo im Hafen von Rostock.
Da sind die älteren Menschen im Seniorenheim……
Stumpfsinn, Monotonie, Warten, Leben, trotzdem irgendwie nicht mehr dabei sein, vom Leben
ausgeschlossen.
Ich hole mir so viel wie möglich Menschen zusammen! Menschen im Rollstuhl, Menschen, die noch
laufen können, Menschen mit Rollator, um einen kleinen Spaziergang zu machen.

Es ist der erste schöne warme Tag und fast windstill hier an der Küste! Die Menschen freuen sich.
Raus aus Monotonie und Frust. Am Schluss ein Danke, am Ende ein paar Blicke genügen und ein
kleines Lächeln.
Auch ein Lächeln, wenn man sagt, danke dass es auch so gut mit euch geklappt hat und wir wieder
vollzählig und gesund zurück sind.
Man freut sich!
Freude nicht in Jerusalem, dafür in Graal-Müritz in einem Seniorenheim…
Und dann die letzten 6 Jahre Andachten zu Ehren Gottes und mit vielen unterschiedlichen Menschen
an vielen unterschiedlichen Punkten in dieser Welt.
Ralf damals mit seiner Idee, alles aufzuzeichnen beim ersten Lockdown im Jahr 2022.
Alles aufzuzeichnen und ins Internet zu stellen!
Woche für Woche, Monat für Monat und Jahr für Jahr sicherlich unendlich viel Mühe aller Beteiligten,
so unterschiedlich sie auch waren und sind.
Und trotzdem erfüllt es mich mit Freude, wenn ich auf diese Jahre zurückblicken kann. Freude über
Menschen, die dabei waren und sind.
Freude über Menschen, die helfen, unterstützen und sich mir und uns anvertrauen.
Anvertrauen, obwohl man sich allzu oft nicht persönlich kennt.
Das ist ein Segen und Trost zugleich… Ein Segen angesprochen zu werden und miteinander ordentlich
umzugehen.
So viel Vertrauen und Freude.
Freude nicht in Jerusalem, sondern in mir, in uns und bei den Menschen.
Und jetzt verstehe ich den Predigttext etwas besser.
Jerusalem ist da, wo Freude ist.
Bei allen Durststrecken, die es in unser aller Leben gibt, so bin ich dankbar für jede Minute in
meinem Leben.
Das sind die unterschiedlichsten Erfahrungen, Erlebnisse, Umfelder die uns fordern, die uns
manchmal sogar bis zur Verzweiflung bringen und trotzdem uns damit das Leben lehren.
Das Leben als Christ ist allzu oft nicht einfach!
Auch Christen sind nur Menschen, die mindestens genauso viele Fehler haben wie der Rest der
Menschheit.
Dennoch, wir Christen haben bei aller Verzweiflung und bei aller Traurigkeit immer noch einen
Trumpf in der Hand und ein Ass im Ärmel. Wir sind niemals allein und finden Trost!!!!
Trost, der im heutigen Predigttext so beschrieben wird, wie der Trost einer Mutter!!!
Nun bin ich etwas vorsichtig, im Predigttext heißt es nämlich der Trost, den nur eine Mutter spenden
kann. Da bin ich sehr vorsichtig. Diesbezüglich habe ich zu viel erleben müssen bei Menschen, dass
gerade Trost einer Mutter oftmals schwierig ist. Trost zu erfahren, von wem auch immer, würde ich
sagen.

Am besten erfährst du den Trost von Gott!!!
Denn es gibt auch viele Menschen, die Gott benutzt, gerade bei Menschen, die gegenteiliges mit dem
Trost einer Mutter erfahren durften.
Und nun ?????????????
Was macht der Text mit mir an diesem Sonntag Lätare? Mit mir an dem kleinen Osterfest mitten in
der Passionszeit?
Ja, lasst uns fröhlich sein!!!!!!!!!!!!!!
Freuen wir uns an dem Herrn und Heiland, der alles geschaffen hat.
 Lass uns freuen, dass wir noch auf dieser Welt sind und zu essen und zu trinken haben.
 Lass uns das Gute und das Schöne aus dieser schlimmen Zeit nehmen. Wenn wir traurig
sind und hoffnungslos,
 lasst uns bei Gott und den Menschen Trost suchen!!
 Trost suchen bei Menschen, die für Gott auf dieser Welt sind, die Gott benutzt als seine
Diener, seine Jünger, als seine Apostel.
Wir werden bei Gott immer und immer wieder einen Ansprechpartner finden, egal was wir verzapft
haben und noch anstellen werden.
Glaub mir, wir werden sehen und erleben, wie traurig es ist, wenn wir auf andere Menschen
schauen, die nichts mit unserem Herrn und Heiland Jesus Christus zu tun haben. So steht es auch im
Predigttext.

Zum Schluss der Perikopen Reihe, der Predigtreihe über sechs Jahre…, und nun genau nach sechs
Jahren ein Danke und ein Segen von mir an euch.
Sechs Jahre eine lange Zeit…:
 danke für jede einzelne Woche in diesem Jahr.
 danke für eure Mühe und Geduld dir mit mir gehabt habt
 danke dass es niemals ernsthaft Streit gegeben hat
 danke für die Zeit mit euch
 danke für den Kirchenbus und den Menschen dahinter
 danke für Räumlichkeiten und auch oftmals Unannehmlichkeiten
 danke dass ihr es ermöglicht habt an unterschiedlichen Orten Andachten zu feiern für die
Menschen da draußen für die Menschen der Gottesdienst im Internet schauen
 danke für jedes gute Wort für die Kritik
 danke für alles festhalten und auch für alles loslassen
 danke für euer Vertrauen

 danke allen Menschen, die mich und uns jede Woche ertragen haben zugehört haben und
Andachten geschaut haben
 danke und freut euch mit uns und mit mir für solch eine gesegnete Zeit und danke für eure
Treue.
 Danke, freut euch und abermals sage ich freuet euch.
Freut euch an dem Jerusalem in eurem Herzen, in euren Familien, in euren Umfeld.
Wo Jesus Christus ist, wo der Glauben ist, und wo du bist, da ist Freude!!!!
Genießt die Freude, die allem Volk widerfahren sollte.
Gott segne euch!
Euer Titus
Und der Friede Gottes, welcher höher ist als all unsere menschliche Vernunft bewahre unsere
Herzen und Sinne in Christus Jesus.

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