Predigt zu Apg. 3,1-10:

Predigt zu Apg. 3,1-10:

Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen
Geistes sei mit uns Allen.
Gemeinde.: Amen
Der Predigttext für den heutigen Sonntag steht im NT, bei
Apostelgeschichte 3, 1-10
Geheilt, aber arbeitslos…!?
Geheilt, aber arbeitslos,…..oder um Brot gebettelt, das Leben bekommen!
Um was geht es denn heute, dass eine solche Überschrift gerechtfertigt ist? Es geht um einen
echten armen Kerl, der seinen Lebensunterhalt mit Betteln bestreitet bzw. bestreiten muss.
Er ist von Geburt an lahm, beeinträchtigt, wir würden Rollstuhlfahrer dazu sagen.
Eigentlich nichts Außergewöhnliches in unserer heutigen Zeit. Menschen mit Beeinträchtigungen sind
heute überall und gegenwärtig, zumindest in unserem Land.
Ein Rollstuhlfahrer, nur ohne Rollstuhl, weil er zu arm ist und er wird jeden Tag an die Pforte der
Kirche/Tempel gesetzt.
Dort verdient er seinen Lebensunterhalt. Mit Betteln. Offensichtlich war es damals schon so, dass
Menschen, die zur Kirche gehen oder zum Beispiel bei uns zu Weihnachten…., diese sind meist
spenden-freudiger, als in der Fußgängerzone bei schlechtem Wetter.
Also der Mann bettelt und da kommen Petrus und Johannes vorbei. Sie waren auf dem Weg zum
Tempel zum Beten. Dies ist nichts Ungewöhnliches, da der Jude zur damaligen Zeit dreimal am Tag
betete. Jeweils um eine bestimmte Zeit. (eventuell kurze Erklärung)
Auf dem Weg zum Tempel, zur Kirche werden Johannes und Petrus vom Gelähmten angesprochen.
Dann die Antwort.:,, … schau uns an… und dann passiert das Wunder.”!!

Hören wir den Predigttext aus der Apostelgeschichte 3,1 – 10.

Eigentlich eine ganz nette Geschichte und ein schönes Ende mit einem umher springenden Ex-
Gelähmten.
Und doch beschäftigen mich gerade bei diesem Text mehrere Fragen.

Eine Frage z.B. lautet: ,,Warum wird dieses Tor, da wo der Gelähmte sitzt, diese Pforte des Tempels
hier gleich zweimal erwähnt, als die schöne Pforte? In der ganzen Bibel wird dieses Tor oder diese
Pforte nicht weiter erwähnt, nur an dieser Stelle der Apostelgeschichte.

Und dann würde mich ganz stark interessieren,….. wie geht die Geschichte weiter?
Das ist für mich oft die Frage bei und in meinem christlichen Glauben.

Wie geht’s denn nun weiter, wenn.:
 manche Menschen an der Schwelle zum Glauben stehen?
 Wenn man nach einer guten Predigt, einem Erlebnis, nach einem Wunder,
 nach einer überstandenen Krankheit oder nach einem gelungenen Missionsabend ..
 wie auch immer, wie geht es weiter, wenn man an der Schwelle zum Glauben steht?
 Wie geht es weiter mit diesen Menschen?
 Wer begleitet sie, wer beantwortet Ihre Fragen, wer bringt sie im Glauben voran und……..
…. vor allem was macht denn nun unser Arbeitsloser Bettler aus unserem Predigttext?

Petrus und Johannes, die gehen wie selbstverständlich beten…. und der frisch Geheilte, der hüpft
durch den Tempel und lässt sich von allen Anwesenden bestaunen.
Na ja, sehr schön und irgendwie auch verständlich. Nur ich frage mich dann immer bei dieser
Geschichte, was kommt danach?
Bis jetzt hat der gute Mann ja mit seiner Bettelei ein Auskommen gehabt……
Und dann kommen diese zwei, Johannes und Petrus, und heilen diesen Menschen, der gelähmt ist,
und das Ganze auch noch ungefragt.
Sozusagen, …..mit einem Schlag gesund, aber arbeitslos.
Denn es wird wohl kaum noch einen Menschen geben, der einem kerngesunden Bettler etwas gibt,
…..es sei denn, es sind tolle Politiker oder irgendwelche Menschen, die sich gut verkaufen können.
Aber niemand gibt freiwillig etwas einem Menschen, der offensichtlich für seinen Lebensunterhalt
selbst arbeiten könnte.
Nichts gelernt, gelähmt und plötzlich gesund und arbeitslos.
Natürlich ist das jetzt alles etwas überspitzt und krass dargestellt. Nur so ganz abwegig ist die ganze
Nummer nicht. Bei den meisten Geschichten von Jesus Christus höre ich die Frage von Jesus selbst.:
,, was ist das, was ich dir tun soll?”
Z.B. der Bettler hier wird nicht gefragt, hier wird einfach geheilt.
Nun ist die Frage berechtigt. Was macht der Mensch? Viele gesunde Menschen werden plötzlich
arbeitslos.
Derzeit sind es alleine in Deutschland über 3 Millionen Menschen.
Und genauso ist es auch umgedreht. Oftmals werden Menschen krank und dann arbeitslos…….
Und das alles spielt sich ab vor der Kirche, vor dem Tempel an der sogenannten ,,schönen Pforte.“
Die schöne Pforte, die in der ganzen Bibel nur einmal erwähnt wird, nämlich hier bei unserem
biblischen Bericht heute.
 Was möchte ich wohl mit meiner Überlegung denn nun sagen?
 Was will der Text mir sagen?

……..Denn den Namen der Pforte und warum sie gerade die schöne Pforte heißt, das kann ich beim
besten Willen nicht erklären, und möchte auch nicht mutmaßen.
Aber ich möchte auf etwas anderes hinaus!

Ein Mensch wird plötzlich gesund.
Was tun wir dann so oft?????
Wir sagen es, es war die Medizin, es war der tolle Arzt und sicherlich die ganzen Begleitumstände.
Natürlich ist es auch die Medizin auch ein Arzt, aber auch diese sind nur Erfüllungsgehilfen Gottes.
Dieser Mann hier von heute,..
 der bittet nicht darum, dass Petrus und Johannes vorbeikommen.
 Er bittet nicht um Heilung.
 Und ich lese es mit keiner Silbe, dass er sagt, „Oh, Petrus und Johannes waren es gewesen,
die mich geheilt haben“.!!!
Nein, er lobt und preist Gott allein.
Nur Gott, nur Gott allein gebührt die Ehre. Und das finde ich bei dieser Geschichte und bei diesem
biblischen Bericht absolut hervorstechend in diesem Bericht.
Kein Personenkult (um Johannes und Petrus…), keine Medikamente, nein allein nur Gott.!!!!!!
Doch leider ist es allzu oft heute umgedreht. Da werden Menschen krank und hängen sich an alle
Strohhalme, die sie kriegen können auf dieser Welt!???????????
So leider auch in meinem Bekanntenkreis.

Da wird man sich auf irgendwelche Quacksalberei, irgendwelche komischen Praktiken verlassen
und dann ist die Enttäuschung groß, wenn es trotzdem nur noch bergab geht…..
Anstatt einfach Gott zu bitten und Gott zu fragen, werden irgendwelche Praktiken vorgenommen,
okkulte Dinge praktiziert, die ich als Christ niemals verstehen kann und werde.
Anstatt Gott zu fragen, hängen wir uns lieber an das, was wir gerade greifen können.
Echt schlimm.
Wie oft erliegen wir der Versuchung, alles selbst in die Hand zu nehmen und dieses auch zu wollen.
Auch ich weiß es nicht, wie es mit dem geheilten Menschen damals weitergegangen ist.
Ich weiß nur, er hat nicht darum gebeten (gesund zu werden) und es trotzdem erhalten.
Ich bin mir sicher bei seiner ganzen Dankbarkeit, dass auch Gott für seinen beruflichen Werdegang
eine Lösung parat hat! Dieser Mensch wendet sich vertrauensvoll mit seinem Dank nur an Gott
alleine.
Dann kann man das schon mal hinnehmen und annehmen, dass Gott sich auch um den Rest
kümmert.

Plötzlich geheilt und doch arbeitslos. Ich bin mir sicher, dass dieser Mensch in seiner Dankbarkeit und
Demut mit Gott lebt.
Und ich bin mir auch sicher, dass Gott für seine Zukunft sorgen wird.
So wie Gott auch für dich, für mich und für uns alles sorgen wird, wenn wir nur ganz auf ihn
vertrauen.

Was ist das Fazit aus diesem Predigttext?
 Stehst Du vor der Pforte der Hoffnungslosigkeit, dann geh durch diese Pforte aber geh mit
Gott.
 Bist du geheilt dann danke Gott dafür, bist du krank geworden, plagt dich irgendetwas,
dann bitte Gott mit dir zu gehen.
 Und für die, denen gar nichts fehlt und die einfach nur zufrieden, gesund und glücklich sind,
dann dankt Gott und denke gerade daran, nicht du, nicht irgendwelche Menschen.
Gott allein gehört die Ehre, das Leben und dein Leben.
Egal, durch welche Pforte dich das Leben führt.
Egal ob positiv oder negativ.
Geh durch die Pforte, geh mit Gott, danke Gott, bitte Gott, und vor allem lass dich von Gott führen
und lass Gott niemals mehr los in deinem Leben.
Und der Friede Gottes, welcher höher ist als all unsere menschliche Vernunft bewahre unsere
Herzen und Sinne in Christus Jesus.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert